Erneuerbare Energien
Japan eifert deutscher Solarförderung nach

Japan hat ein massives Stromproblem. Die Förderung erneuerbarer Energien soll Abhilfe schaffen. Finanziert werden sollen die Hilfen ähnlich wie in Deutschland: Über die Stromrechnung der Verbraucher.
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TokioGut ein Jahr nach der Atomkatastrophe von Fukushima plant Japan eine Förderung erneuerbarer Energien nach deutschem Vorbild. Eine Regierungskommission empfahl am Montag einen festen Abnahmepreis für Solarstrom über 20 Jahre. Die Einspeisevergütung für Investoren in Solaranlagen soll demnach ab Juli greifen und zunächst umgerechnet knapp 40 Euro-Cent pro Kilowattstunde betragen. Dies entspricht in etwa Forderungen aus der Industrie, so dass mit einem Schub für Sonnenenergie gerechnet wird.

Auch für Windstrom soll es ähnliche Regelungen über ebenfalls 20 Jahre geben. Japan hat nach dem Fukushima-Desaster und der Abschaltung von fast allen der über 50 Reaktoren eine massives Energieproblem. Solarstrom trägt wegen fehlender Investitionsanreize derzeit weniger als ein Prozent zur Stromerzeugung bei. Atomkraft hatte vor Fukushima einen Anteil von rund 30 Prozent. Die Kommission will noch in dieser Woche ihre Vorschläge an Handelsminister Yukio Edano weiterleiten, der bis Ende Mai eine endgültige Entscheidung treffen soll.

Ähnlich wie in Deutschland sollen die Kosten für die Hilfen über die Stromrechnung auf alle Verbraucher umgelegt werden. . „Aus dem Blick der Haushalte mag dies eine Last sein. Aber es ist auch eine Investition in die erneuerbaren Energien“, sagte Kommissionsvorsitzende Kazuhiro Ueta. „Das Gesetz macht es notwendig, dass wir in den ersten drei Jahren besonders auf die Rendite der Investoren schauen müssen.“

Auch in Deutschland hatte sich die Debatte über die Kosten der Förderung an den hohen Renditen für Investoren entzündet. Diese profitierten von einem weltweiten Preisverfall für Module, der schneller voranging als die Kürzungen der Subventionen. Nach neuer Gesetzeslage liegen die Vergütungen in Deutschland schon unter 20 Cent pro Kilowattstunde.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Erneuerbare Energien: Japan eifert deutscher Solarförderung nach"

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  • Patze..die Situation unterscheidet sich in Japan von der Deutschen Situation. In Japan gibt es 3 unabhängige Netze, Deutschland ist in das Europäische Verbundnetz eingebunden. Deutschland hat die Braunkohle als heimische Energie, Japan nicht.

    Für Japan bietet sich ein Kernenergieanteil von ca. 30 - 45% an, dazu etwa 35% Importkohle und 20% importiertes LNG.

    Für Deutschland bietet sich ein Kernenergieanteil von ca. 40% an, dazu etwa 25% Braunkohle, 25% Import Steinkohle und 10% Erdgas für die Spitzenlast.

    Dadurch erhält man eine recht preiswerte und umweltfreundliche (Kernenergie) Stromversorgung.

    Erdgas und Kohle werden vorraussichtlich mindestens bis zum Ende des Jahrhunderts preiswert verfügbar sein. Die Kernenergie kann einen steigenden Energieverbrauch sehr umweltfreundlich, zu erträglichen Preisen für einige Millionen Jahre decken.

    Vandale

  • @ Vandale: Totaler Quatsch mit den 10ct/kWh. In den 3,59ct/kWh sind bereits alle Mehrkosten des EE-Stroms abgedeckt, auch die Vermarktungskosten. Das EEG-Umlagekonto ist monatlich aktualisiert öffentlich im Internet einsehbar, da kann man sich selbst ein Bild davon machen, was alles drinsteckt.

    Man sollte die Umlage aber nicht als Kosten betrachten, sondern als Investition. Jetzt geben wir etwas mehr dafür aus, dafür sparen wir langfristig ein Vielfaches, wenn die fossilen Energieträger immer teurer werden (und die Erneuerbaren immer billiger)!

    Um der Forderung zuvorzukommen, man solle Erneuerbare erst dann bauen, wenn sie billiger sind: Von alleine werden die nicht billiger, sondern nur dadurch, dass Massenproduktion und Skaleneffekte sie billiger machen. Also muss man einmal damit anfangen - je früher, desto besser. Denn wenn das Öl alle ist, muss der Ersatz bereits vorhanden sein. Dann können wir nicht erst anfangen, eine neue Infrastruktur aufzubauen.

    Zusätzlich berücksichtigen muss man außerdem die vermiedenen Energieimporte (Geld geht nicht an die Scheichs, sondern bleibt im Land bei vielen kleinen EE-Anlagenbetreibern und die geben es wieder hier im Land aus), die vermiedenen Umweltkosten (Klimawandel, Braunkohletagebau und alle damit verbundenen Kosten) und die vermiedenen Gesundheitskosten (Uranabbau, Steinkohleabbau, Kohleverbrennung -> Quecksilberemissionen etc.).

  • @Vandale -

    um mit ihnen zu diskutieren, wäre es von Vorteil ihren Standpunkt/Vorschlag zur Energieversorgung der Zukunft zu kennen.

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