Erneut Bombe detoniert
Ghasi el Jawar wird irakischer Präsident

Bei der Ernennung des ersten irakischen Präsidenten der Nach-Saddam-Ära ist es bis zuletzt turbulent zugegangen. Nun ist aber eine Entscheidung gefallen.

HB BAGDAD. Der sunnitische Stammesscheich Ghasi el Jawar ist der neue Präsident des Iraks. Scheich Ghasi el Jawar ist Sunnit und einer der wichtigsten Führer des Stammes der El Schammar, dem auch Schiiten angehören. Das verkündete der UN-Sondergesandte Lakhdar Brahimi am Dienstag in Bagdad. Vizepräsidenten für die sechsmonatige Übergangszeit werden der Schiit Ibrahim el Dschafari von der islamischen Dawa-Partei und Rusch Schawis von der Kurdischen Demokratischen Partei (KDP).

Zuvor gab es einige Verwirrung: Erst teilte ein Mitglied des irakischen Regierungsrates mit, der ehemalige Außenminister Adnan el Padschadschi (81) solle der erste Präsident des Irak nach dem Sturz von Saddam Hussein werden. Darauf hätten sich der UN-Sondergesandte Lakhdar Brahimi und US- Zivilverwalter Paul Bremer gegen den Widerstand mancher Ratsmitglieder geeinigt.

Kurz darauf teilte das Regierungsratsmitglied Radscha Chusai mit, Padschadschi wolle das Amt nicht annehmen. Präsident werde nun der vom Rat favorisierte Scheich Ghasi Adschil el Jawar. Das wurde von der US-Zivilverwaltung aber zunächst nicht offiziell bestätigt.

Der Scheich ließ sich von seinen Unterstützern in der Grünen Zone in Bagdad schon feiern, als am Sitz des Regierungsrats plötzlich eine Explosion zu hören war. Nach Informationen des arabischen Nachrichtensenders El Dschasira sind bei diesem Angriff in der von den Amerikanern abgesperrten „Grünen Zone“ in Bagdad nach Informationen des arabischen Nachrichtensenders El Dschasira mindestens zehn Menschen getötet worden. Mehrere Krankenwagen waren in Richtung der Grünen Zone unterwegs, US-Soldaten riegelten das Gebiet ab. Die Fernsehsender El Dschasira und El Arabija zeigten Bilder von Gebäudetrümmern und eine verkohlte Hauswand.

Am Vortag hatte eine Autobombe in der Nähe des Ratsgebäudes drei Iraker getötet und 23 Menschen verletzt.

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