Erneut US-Soldat im Irak getötet
Rumsfeld fürchtet weitere Angriffe auf US-Truppen

US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat zum ersten Mal zugegeben, dass die Besatzungstruppen im Irak auf organisierten Widerstand treffen.

HB/rtr LONDON/WASHINGTON. Nach seiner Meinung wird die Zahl der Angriffe auf US-Soldaten in den kommenden Wochen zunehmen. „Es gibt Spekulationen, dass im Juli, auf den mehrere Jahrestage von Ereignissen aus der Geschichte der Baath-Partei fallen, die Zahl der Angriffe zunehmen wird“, sagte Rumsfeld in der NBC-Sendung „Meet the Press“.

„Es ist klar, dass das in bestimmten Regionen koordiniert ist, besonders in den Städten des Nordens“, sagte Rumsfeld. Unklar sei aber, ob es ein landesweites Netzwerk des Widerstands gebe.

Zu den Anschlägen hat sich eine angeblich mit der El-Kaida-Organisation verbundene Gruppe in einer Audio-Botschaft zu Angriffen auf US-Truppen im Irak bekannt und den USA mit weiteren Anschlägen gedroht.

Der Fernsehsender El Arabija strahlte am Sonntag ein Tonband aus, auf dem ein unbekannter Sprecher sagte, in den kommenden Tagen werde es einen Angriff geben, der „Amerika vollständig das Rückgrat brechen“ werde. Es war unklar, ob er sich dabei auf einen Anschlag im Irak oder anderswo bezog. Zu dem Band zeigte der Sender ein Foto eines nicht identifizierten Mannes mit einem weißen Bart und Turban.

Der Sprecher sagte, die „Bewaffnete Islamische Bewegung für El Kaida, Falludscha-Gruppe“ - eine bislang nicht in Erscheinung getretene Gruppierung - stehe hinter Angriffen auf US-Truppen im Irak, nicht Anhänger des gestürzten irakischen Präsidenten Saddam Hussein: „Ich schwöre bei Gott, dass keiner seiner Anhänger irgendwelche Dschihad-Operationen ausgeführt hat wie er behauptet.“ Die Angehörigen der Gruppe seien über den ganzen Irak verteilt, sagte er.

US-Soldaten sind in den vergangenen Wochen in Bagdad, Falludscha und anderen Orten nördlich und westlich von Bagdad wiederholt Ziel von Angriffen und Anschlägen geworden. Seit dem am 1. Mai von US-Präsident George W. Bush verkündeten Ende der Hauptkampfhandlungen sind im Irak 31 US-Soldaten getötet worden.

Die USA machen in erster Linie Anhänger Saddams für die Angriffe verantwortlich. US-General Tommy Franks, der die US-Truppen im Irak-Krieg befehligt hatte, erklärte, die Soldaten im Irak seien täglich zehn bis 25 Angriffen ausgesetzt. Die Angriffe ereigneten sich teilweise bei der Fahndung nach Mitgliedern der Baath-Partei Saddams und „Heiligen Kriegern“, bei denen es sich zum Teil um „Terroristen“ handele, eine Bezeichnung, die die US-Regierung häufig für El-Kaida-Mitglieder verwendet.

Anfang des Monats hatten arabische Fernsehsender ein Tonband ausgestrahlt, das angeblich von Saddam besprochen worden waren. Darauf hatte eine Stimme die Iraker zum Kampf gegen die Besatzungstruppen aufgerufen und den US-Truppen mit weiteren Anschlägen gedroht.

Unterdessen ist im Zentrum der irakischen Hauptstadt Bagdad am Montag bei einem Angriff mit Werfergranaten ein US-Soldat getötet worden.

Ein Konvoi aus mehreren US-Militärfahrzeugen sei in der Nacht in der Al-Mansur-Gegend unter Beschuss geraten, sagte ein US-Militärsprecher. Dabei sei ein Soldat getötet und sechs weitere seien verletzt worden. Augenzeugenberichten zufolge wurde bei einem anderen Vorfall in der Nähe des Bagdader Flughafens ebenfalls bei einem Angriff mit Werfergranaten ein weiterer US-Soldat schwer verletzt. Hierzu lag zunächst keine Stellungnahme des US-Militärs vor.

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