Erneut Vorwürfe gegen Zuma
Prozess wirft Schlaglicht auf Südafrikas labile Demokratie

Schlimmer hätte es für Jacob Zuma in diesem Jahr kaum kommen können. Anfang Mai war der frühere südafrikanische Vizepräsident nach einem der spektakulärsten Justizfälle in der Geschichte des Landes vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden – nun steht er wieder vor Gericht.

KAPSTADT. In Durban muss sich der 63-Jährige, der zu den beliebtesten Politikern am Kap gehört, wegen persönlicher Vorteilsnahme verantworten. Der Prozess, der gestern auf September vertagt wurde, gilt als der bislang härteste Test für die Demokratie am Kap und wird deshalb auch von Investoren kritisch beobachtet.

Zuma, der lange als aussichtsreichster Kandidat für die Nachfolge von Präsident Thabo Mbeki galt, war vergangenes Jahr in einem Verfahren gegen seinen Finanzberater Schabir Shaik schwer belastet worden. Obwohl er in dem Prozess selbst nicht unter Anklage stand, hatte der Vorsitzende Richter in seinem Schuldspruch auf ein „zutiefst korruptes“ Verhältnis zwischen Zuma und seinem Finanzberater hingewiesen.

So soll der damalige Vizepräsident Geld von seinem Berater kassiert haben, der sich im Gegenzug politische Rückendeckung bei einem Rüstungsgeschäft versprach. Auch soll der Finanzberater Schmiergeldzahlungen des französischen Rüstungskonzerns Thales an Zuma eingefädelt haben, damit dieser die Untersuchung eines größeren Waffengeschäfts verhindert. Staatschef Mbeki hatte seinen Vize im vergangenen Jahr wegen der Korruptionsvorwürfe des Amtes enthoben.

Südafrikas Oppositionsparteien machen seit längerem geltend, dass sich die Korruptionsfälle am Kap zuletzt stark gehäuft hätten. Zudem gerieten die Fahnder zunehmend unter politischen Druck, wenn sie bei ihren Ermittlungen in den Dunstkreis der Regierung vorstießen. Sollten sich die Vorwürfe erhärten, hätte dies auch Auswirkungen auf das Investitionsklima am Kap.

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