Ersatz für Tschernobyl-Meiler Ignalina
Baltische Staaten wollen gemeinsam Kernkraftwerk bauen

2009 soll auch der zweite Block des litauischen Kernkraftwerks Ignalina abgeschaltet werden - der Reaktor vom Tschernobyl-Typ RBMK ist ebenso leistungsstark wie unsicher. Als Ersatz wollen Estland, Lettland und Litauen gemeinsam ein neues Atomkraftwerk errichten.

HB VILNIUS. „Wir wollen keine Zeit verlieren, weil ein echter Bedarf besteht“, sagte der estnische Regierungschef Andrus Ansip. Eine im Oktober vorgestelle Machbarkeitsstudie nennt Kosten von etwa drei Milliarden Euro, um den als unsicher eingestuften Meiler in Ignalina durch ein neues Atomkraftwerk zu ersetzen. Die baltischen Staaten wollen dazu ein Konsortium ihrer nationalen Elektrizitätsversorger gründen. Eesti Energia, Latvenergo und Lietuvos Energija hatten schon bei anderen grenzübergreifenden Infrastrukturprojekten kooperiert.

Der lettische Ministerpräsident Aigars Kalvitis deutete an, dass sich nun auch Polen beteiligen könne. Der polnische Premier Jaroslaw Kaczynski konnte am Freitag aber nicht wie geplant an den Beratungen teilnehmen und reiste wegen innenpolitischer Termine erst am Mittag nach Vilnius. Ignalina war Ende der 80-er Jahre mit zwei Reaktoren mit einer Leistung von 1 500 Megawatt in Betrieb genommen worden; seit Frühjahr 2005 steht der erste Block still. Litauens Regierungschef Gediminas Kirkilas sagte, ein neuer Reaktor könne bis 2015 fertig gestellt werden.

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