Erste Afrikanerin, die den Friedensnobelpreis erhält
Wangari Maathai: Mutter der kenianischen Umweltbewegung

Wangari Maathai ist eine Pionierin. Als erste Frau erwarb sie in Kenia einen Doktortitel und wurde als erste Frau Leiterin einer Universitätsabteilung. Heute ist sie stellvertretende Umweltministerin.

HB NAIROBI/JOHANNESBURG. Bekannt wurde die am 1. April 1940 in dem Ort Nyeri geborene spätere Biologin vor allem als „Mama Mici“, Mutter der Bäume. Ende der 70er Jahre begann sie, andere Frauen zu überzeugen, rund um die kenianische Hauptstadt Nairobi Bäume anzupflanzen. Jahrelang waren die Wälder dort hemmungslos abgeholzt worden, vor allem, um Feuerholz zum Heizen und Kochen zu haben. Ihre „Grüngürtelbewegung“ trug reiche Früchte: 25 bis 30 Millionen Bäume wurden seitdem angepflanzt. Das Beispiel hat seither in zahlreichen afrikanischen Staaten Schule gemacht.

Über die Ökologiebewegung hinaus setzt sie sich für die demokratischen und sozialen Rechte der Bevölkerung ein; sie begründete zugleich eine panafrikanische Frauenbewegung, deren Zweck über die Wiederaufforstung weit hinausgeht. Unbeirrt von Verfolgungen, Schmähungen oder Verhaftungen trat sie für ihre Überzeugungen ein, darunter auch für die Meinungsfreiheit Oppositioneller. Etwa ein Dutzend Mal wurde sie festgenommen, einmal von Sicherheitskräften zusammengeschlagen.

Der Dezember 2002 war ein Jubeltag für Maathai. Eine „Regenbogenkoalition“ von Oppositionsparteien löste die Regierung Daniel arap Moi ab. Maathai wurde ins Parlament gewählt. Der neue Präsident Mwai Kibaki ernannte sie zur stellvertretenden Umweltministerin. Ihr Ziel ist weiterhin die Wiederaufforstung des Waldes: In zehn Jahren soll der Waldbestand von heute knapp zwei auf zehn Prozent steigen.

Maathai, die in den USA und Deutschland studiert hat, erhielt für ihr Engagement zahlreiche Preise, darunter den Alternativen Nobelpreis 1984.

Ihr eigener Mann beschrieb sie als „zu gebildet, zu starrköpfig, zu mächtig und zu erfolgreich“ und trennte sich deswegen von ihr.

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