Erste Angriffe
Kanadische Kampfjets bombardieren IS im Irak

IS-Terroristen töteten in Massenexekutionen mehr als 300 Stammesangehörige. Kanada unterstützt die USA nun bei Luftangriffen im Irak, auch in Kobane wird das Selbstbewusstsein der Dschihadisten gedämpft.
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Ottawa/Bagdad/Kobane/TorontoErstmals haben am Sonntag auch kanadische Kampfflugzeuge Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat im Irak bombardiert. Zwei CF-18-Jets hätten IS-Ziele in der Nähe der Stadt Falludscha rund 70 Kilometer westlich von Bagdad bombardiert, teilte Verteidigungsminister Rob Nicholson am Sonntag mit. Sie seien nach vier Stunden sicher zu ihrem Stützpunkt in Kuwait zurückgekehrt.

Wie groß die Zerstörungen gewesen seien, stünde jedoch noch nicht fest. Der Einsatz zeige die Entschlossenheit Kanadas, gemeinsam mit seinen Verbündeten den Terrorismus zu bekämpfen.

Die konservative Regierung hatte Anfang Oktober angekündigt sich an den Luftangriffen gegen die Islamisten zu beteiligen, die von den USA mit Unterstützung arabischer und europäischer Staaten geflogen werden und erhielt dafür die Zustimmung des Parlaments.

Anschließend waren zwei Soldaten bei Angriffen von einheimischen Islamisten in Kanada getötet worden. Dabei soll es sich der Polizei zufolge um Taten von Einzeltätern handeln, die kürzlich zum Islam konvertiert seien und unabhängig voneinander handelten.

Im Westirak ermordeten IS-Kämpfer in einer Machtdemonstration 322 Mitglieder eines sunnitischen Stammes. Unter den Opfer seien Dutzende Frauen und Kinder, teilte die irakische Regierung am Sonntag weiter mit. Sie seien wegen ihrer Unterstützung der irakischen Regierung umgebracht worden.

Bei den Opfern der Massenexekutionen in der westirakischen Provinz Anbar handelte es sich nach Angaben einer Sicherheitsbeamtin um Mitglieder des Al-Bu Nimr-Stammes. Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Mord an den Stammesangehörigen. Das „Verbrechen“ zeige die Brutalität der IS-Miliz.

Angehörige des sunnitischen Stammes sollen an der Seite schiitischer irakischer Soldaten gegen den IS gekämpft haben. Die sunnitisch-extremistische Miliz verfolgt den Stamm daher mit besonderer Härte. Seit dem Vorstoß des IS in den Irak sind Sunniten und Schiiten im Land stärker denn je gespalten.

Bei einem Bombenanschlag auf eine schiitische Aschura-Prozession in Bagdad wurden am Sonntag sieben Menschen getötet und mindestens 22 verletzt. Die Bombe sei an der Strecke der Prozession im Süden Bagdads explodiert, sagte ein Augenzeuge der Nachrichtenagentur dpa.

Beim Aschura-Fest wird an den Tod des für Schiiten bedeuteten Imams Hussein erinnert, der im 7. Jahrhundert von einer sunnitischen Armee im Irak getötet wurde. Der Höhepunkt des Festes findet an diesem Dienstag statt. Experten befürchten weitere Anschläge.

Die irakische Armee hatte nach Angaben von Al-Sumaria am Wochenende eine Offensive gegen die dortigen IS-Extremisten begonnen. Bei Angriffen auf IS-Stellungen östlich der Stadt Ramadi seien sie dabei von Luftschlägen der internationalen Koalition unterstützt worden.

Auch im nordsyrischen Kobane an der Grenze zur Türkei flog die Allianz erneute Angriffe gegen IS-Stellungen. Bei Luftschlägen südlich der Stadt seien am Wochenende mindestens sechs Dschihadisten getötet worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Sonntag. Mindestens acht weitere IS-Kämpfer sind bei Gefechten mit den kurdischen Volksschutzeinheiten getötet worden.

In der Nacht zum Samstag waren nordirakische Peschmerga zur Unterstützung über die Türkei nach Kobane gekommen. Rund 150 Kämpfer sollen den Kurden helfen, die syrische Grenzstadt gegen den IS zu verteidigen. Die Verteidiger kamen mit schweren Waffen.

Der IS belagert die Stadt von drei Seiten. Die Miliz beherrscht das Umland und rund 60 Prozent von Kobane. Ein Sieg wäre für sie militärisch, vor allem aber auch symbolisch ein großer Erfolg, da selbst US-Luftangriffe sie nicht hätten aufhalten können.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Kanadische Kampfjets bombardieren IS im Irak
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    IS-Terroristen töteten in Massenexekutionen mehr als 300 Stammesangehörige. Kanada unterstützt die USA nun bei Luftangriffen im Irak, auch in Kobane wird das Selbstbewusstsein der Dschihadisten gedämpft.


    Die Terrormiliz IS muss bekämpft werden, wo immer man auf sie trifft. Da spielt es keine Rolle, ob aus der Luft oder an Land.
    Wie die Terroristen ticken, haben sie ja gerade wieder bewiesen.

    Im Westirak ermordeten IS-Kämpfer in einer Machtdemonstration 322 Mitglieder eines sunnitischen Stammes.

    Die Schreckensherrschaft des IS muss beendet.

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