Erste Auslandsreise des US-Präsidenten
Trump begleitet der Fluch von Nixon

  • 1

In Israel warten sensible Themen auf Trump

Schon etwas schwieriger könnte es für den neuen US-Präsidenten dann in Israel werden. Zwar wird Premier Netanjahu über den angeblichen Verrat von vertraulichen Informationen seines Geheimdienstes Mossad durch Trump hinwegsehen. Hinter den Kulissen dürften die Israelis jedoch besorgt sein über die Leichtsinnigkeit des US-Präsidenten.

Zu den sensibelsten Themen bei Trumps Israel-Visite gehört die Frage, ob die amerikanische Botschaft künftig von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt werden soll. Die neue Regierung hatte dies erst angedeutet, zuletzt das Thema aber wieder von der Tagesordnung genommen, um nicht einen Aufschrei in Palästina zu provozieren.

Israelis und Palästinenser betrachten Jerusalem als heilige Stadt. Auch deshalb wird Trumps Besuch der Klagemauer in der Jerusalemer Altstadt besondere Bedeutung beigemessen. Selbst innerhalb der US-Regierung war man sich in der vergangenen Woche noch nicht einig, ob die Klagemauer nun zu Israel oder zur Westbank gehört.

Nach einer Stippvisite beim Papst geht es dann weiter zum Nato-Gipfel nach Brüssel. Dort wird Trump erstmals als Präsident in die Hauptstadt der Europäischen Union kommen, deren bloße Existenzberechtigung er im Wahlkampf noch infrage gestellt hat. Obwohl der Streit über das Zwei-Prozent-Ausgabenziel der Nato-Länder inzwischen abgeebbt ist, dürfte Trump hier nicht nur Freunde treffen.

Das Gleiche gilt für seine letzte Station, das Gipfeltreffen der sieben wichtigsten Industrieländer (G7) auf Sizilien. Wenn es um den Erhalt der liberalen Weltordnung mit offenen Handelsgrenzen geht, steht es sechs zu eins gegen Trump. Nur wenn sich irgendwann der russische Präsident Wladimir Putin wieder zu dem Kreis gesellen sollte, kann Trump auf Unterstützung für seine nationalistische Weltsicht hoffen.

Ende Mai ist der Präsident dann zurück in Washington. Den Nixon-Fluch wird er wieder mit nach Hause bringen. Jener war nach seiner Rückkehr noch knapp sechs Wochen im Amt.

Seite 1:

Trump begleitet der Fluch von Nixon

Seite 2:

In Israel warten sensible Themen auf Trump

Torsten Riecke leitet das Ressort Meinung & Analyse. Er befasst sich vor allem mit Wirtschafts- und Finanzthemen.
Torsten Riecke
Handelsblatt / International Correspondent

Kommentare zu " Erste Auslandsreise des US-Präsidenten: Trump begleitet der Fluch von Nixon"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wenn Trump von seiner verdrucksten ersten Weltreise (Saudi Arabien, Heimat von Osama Bin Laden, Vatikan Staat, für keinen Amerikaner ein 'Muss', Europa, nun ja "obsolet"....) nicht wieder heil in seinen Bonzen-Tower zurück kommt, wäre das wirklich kein Verlust für die Welt. Er schnallt doch sowieso nichts von Außenpolitik. Begrabt sein Hirn in der Dose für einen Golfball..

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%