Erste Beschlüsse beim Euro-Krisengipfel
Banken sollen Risikopuffer verstärken

Die EU-Länder haben einen Plan gefasst, wie Banken gegen Auswirkungen der Schuldenprobleme abgesichert werden sollen: Sie sollen ihre Kapitalquote erhöhen. Doch Banker saßen in Brüssel gar nicht mit am Tisch.
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Brüssel/BerlinBeim großen Krisengipfel in Brüssel, dem zweiten innerhalb weniger Tage, haben sich die Regierungschefs auf erste Beschlüsse verständigt. Die EU-Länder hätten sich auf einen Plan geeinigt, wie die europäischen Banken gegen Auswirkungen der Schuldenprobleme im Euroraum abgesichert werden sollen, sagte der polnische Regierungschef Donald Tusk am Mittwoch in Brüssel. Die systemrelevanten Banken sollten dafür ihre Kernkapitalquote bis Mitte 2012 auf neun Prozent erhöhen. Durch diesen erhöhten Risikopuffer sollen die Institute gegen die Auswirkungen eines angestrebten Schuldenschnitts für Griechenland geschützt werden.

Die Finanzhäuser sollen dem Plan zufolge zunächst selbst versuchen, sich das notwendige Geld zu besorgen. Bis dahin sollen sie „Einschränkungen“ bei der Auszahlung von Dividenden und Bonuszahlungen unterliegen, wie es in einer Erklärung der 27 EU-Länder hieß. Scheitern die Banken dabei, sich neues Kapital zu besorgen, sollen die nationalen Regierungen und im Fall von Banken aus Euroländern der Euro-Rettungsfonds (EFSF) mit Kapitalspritzen bereitstehen.

EU-Diplomaten zufolge wird damit gerechnet, dass die europäischen Banken insgesamt rund 108 Milliarden Euro benötigen, um die geforderte Kernkapitalquote von neun Prozent zu erreichen. Der genaue Betrag hängt jedoch davon ab, in welcher Höhe die Banken auf ihre Forderungen an das hochverschuldete Griechenland verzichten. Die Euro-Länder wollen die Banken dazu bringen, freiwillig einen Abschlag von 50 Prozent hinzunehmen, anstatt 21 Prozent wie noch im Juli ausgehandelt. Die Banken sträuben sich aber gegen einen Verzicht in dieser Höhe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte am Morgen in Berlin das Ziel ausgegeben, die Schuldenlast Athens auf 120 Prozent zu drücken. Nach der Troika-Analyse müssen Banken und Fonds dafür auf die Hälfte ihrer Forderungen gegenüber Griechenland verzichten. Merkel sagte vor dem Bundestag, das Ziel des Gipfels müsse die Minderung des griechischen Schuldenberges auf 120 Prozent bis zum Jahr 2020 sein. Das werde nicht ohne einen erheblich höheren Beitrag des Privatsektors funktionieren, erklärte die Kanzlerin. Banken und Fonds halten noch gut 200 Milliarden Euro an griechischen Staatsanleihen, die Gesamtschuldenlast der Hellenen beträgt rund 340 Milliarden Euro.

Der Athener Finanzminister Evangelos Venizelos präsentierte kurz vor dem Gipfel ein Modell für den Schuldenschnitt. Demnach sollen die Banken 15 Prozent ihrer Anleihen ausbezahlt bekommen, 35 weitere Prozent sollten in neue Anleihen umgetauscht werden, der Rest würde verfallen.

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    Hören Sie auf sich jetzt selbst zu widersprechen.

    Wissen sie was ?
    Mir ist sch... egal wie das ganze zu Ende geht.
    Ich gehörte und gehöre zu denen, die diese Vermögen durch ihr Händer Arbeit aufbrachten und auch ihrem Volk zu Wohlstand verhalfen. Jetzt liegt es angeblich auf einem dieser eigentlich bankrotten deutschen Banken.

    Ich wünsche ihnen daß es für ihr Volk so ausgeht, wie Sie es ihm wünschen. Es wird ihm aber nichts helfen. Sie und ihr Volk sind gefangene der Situation und keiner kann ihnen wirklich helfen. Und ich als Türke werde weder ihnen noch denen helfen, die ihr Volk abhängig gemacht haben. Ihr passt gut zueinander. Wie hatte ich irgendwo mal geschrieben, einem Kriminellem widerfährt erst recht, wenn er an einen anderen Kriminellen gerät.

    Ihr Problem ist, Sie erkennen noch nicht einmal die Situation Ihres Volkes. Wenn Sie es verstehen würden, würden Sie schweigen.
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  • Tut mir leid, ich dachte ich spreche mit einem mitfühlenden Wesen. Mir ist das alles bekannt und ich leugne auch nicht, was meine Landsleutegetan haben. Nur, wollen Sie das alles schlimmer wird? Sie wollen also dem Süchtigen dem Tod übergeben? Den nichts anderes läßt sich aus ihrer Denkweise schlussfolgern.

    Und übrigens, falls ihnen das noch nicht aufgefallen ist, die gesamte Welt ist abhängig!
    Und ihre genervten Kommentare hören sich auch nicht gerade entspannt an. SInd Sie womöglich auch ein kleiner Junkie? Oder sind Sie gar ein Pusher? Ein Dealer, der sich vom Leid des Süchtigen angewidert abwendet und sich neue Kunden sucht?

  • .
    Was wollen Sie mir sagen,
    Ihr Volk hat es 10 Jahre und länger genossen unterjocht zu werden. So ist das bei Abhängigen. Sie randalieren wenn sie weniger bekommen sollen. In diesem Fall ist aber die Abhängigkeit so fortgeschritten, daß dieses Volk bei einem abruptem Entzug gefahr läuft dabei noch größeren Schaden zu nehmen.

    Ich gönne den Abhängigen die Abhängigkeit,
    und den Anderen eine 100 jährige Zahlunspflicht.
    Muß man dazu mehr fest stellen ?
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