Erste Ergebnisse am Wochenende
Karsai und Abdullah streiten um Wahlsieg

Nach den Präsidentschaftswahlen in Afghanistan hat der Wahlkampfmanager von Hamid Karsai bereits den Sieg für den amtierenden Präsidenten beansprucht. Dem widersprach der Karsai-Rivale Abdullah Abdullah, der sich eindeutig in Führung sieht.

HB KABUL. "Unsere Zahlen zeigen, dass wir genügend Stimmen haben, um zu gewinnen, ein zweiter Wahlgang ist damit nicht nötig", sagte Karsais Wahlkampfmanager Hadschi Din Mohammad am Freitag. Das gehe aus den Daten hervor, die das Wahlkampfteam von den eigenen Beobachtern bei der Stimmenauszählung in den Wahllokalen sowie aus den Wahlkampfbüros erhalten habe.

Karsais wichtigster Herausforderer Abdullah Abdullah beanspruchte den Sieg ebenfalls für sich. "Ich liege vorne", sagte Abdullah der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag in einem Telefoninterview. "Erste Ergebnisse aus den Provinzen zeigen, dass ich mehr als 50 Prozent der Stimmen habe."

International wurden die Präsidentschaftswahlen in Afghanistan als Erfolg bezeichnet. Nach Ansicht von Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen verliefen die Wahlen "unter dem Blickwinkel der Sicherheit besser als erwartet". US-Präsident Barack Obama nannte die Wahl "anscheinend erfolgreich". Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach von einem "wichtigen Abschnitt in der Geschichte der demokratischen Entwicklung" Afghanistans. Mio. Afghanen hatten sich am Donnerstag nicht abschrecken lassen und einen neuen Präsidenten sowie neue Provinzräte gewählt.

Die Unabhängige Wahlkommission in der Hauptstadt Kabul sprach von einer hohen Beteiligung. In fast 95 Prozent der Wahlzentren im Land sei der Urnengang ohne Probleme verlaufen. 300 000 Sicherheitskräfte waren bei der Wahl im Einsatz. Dennoch kamen binnen weniger Stunden mehr als 50 Menschen bei verschiedenen Anschlägen und Gefechten ums Leben, rund die Hälfte davon waren Aufständische. Das Verteidigungsministerium zählte insgesamt 135 Zwischenfälle im ganzen Land, darunter vier Selbstmordanschläge.

Unmittelbar nach Schließung der Wahllokale begann die Auszählung der Stimmen. Erste inoffizielle Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet. Am 17. September sollen die Endergebnisse der Präsidentschafts- und der parallel angesetzten Provinzratswahlen vorliegen. Sollte keiner der Bewerber um das Präsidentenamt eine absolute Mehrheit erreichen, kommt es nach derzeitiger Planung Anfang Oktober zu einem weiteren Wahlgang. Dann würden nur noch der Spitzenreiter und der Zweitplatzierte antreten.

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