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Erste Hispanierin im Obersten US-Gericht: US-Senat bestätigt Sotomayor

Nach knapp vierwöchiger Anhörung im US-Senat ist Sonia Sotomayor am Donnerstag als erste Richterin aus der hispano-amerikanischen Bevölkerungsgruppe am Obersten Gerichtshof bestätigt worden. Ein entscheidender Erfolg für US-Präsident Barack Obama, der trotz Kritik an der liberalen Kandidatin festhielt.

Sonia Sotomayor wird als erste hispanischstämmige US-Amerikanerin am Supreme Court urteilen. Die Kandidatin von US-Präsident Obama gilt als liberal. Quelle: ap
Sonia Sotomayor wird als erste hispanischstämmige US-Amerikanerin am Supreme Court urteilen. Die Kandidatin von US-Präsident Obama gilt als liberal. Quelle: ap

HB WASHINGTON. Dem höchsten US-Gericht gehört jetzt auch ein Vertreter der Minderheit der Hispanier an. Der US-Senat hat in einer Abstimmung am Donnerstag die bisherige Bundesrichterin Sonia Sotomayor (55) als Mitglied des Supreme Court bestätigt. 68 Senatoren stimmten für die Tochter puertoricanischer Einwanderer, die US-Präsident Barack Obama nominiert hatte. 31 Senatoren, zumeist oppositionelle Republikaner, votierten gegen sie. Obama sprach von einer „historischen Abstimmung“, eine weitere „soziale Schranke“ sei gefallen.

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Die Bestätigung der als liberal geltenden Frau ist ein Erfolg für Obama, der trotz zeitweise heftiger Kritik an seiner Kandidatin festgehalten hatte. Sie soll bereits an diesem Freitag vereidigt werden. Die Wahl Sotomayors bringe die USA „einen weiterer Schritt in Richtung einer perfekteren Gemeinschaft“, sagte Obama. „Dies ist ein wunderbarer Tag für unser Land.“

Hispanier (amerikanisch: Hispanics) sind mit gut 15 Prozent der US-Bevölkerung die größte ethnische Minderheit im Land. Es handelt sich um Einwanderer aus Lateinamerika oder deren Nachkommen. Sie gelten auch als entscheidendes Wählerpotenzial: 67 Prozent der gut 45 Mio. Hispanics unterstützten bei den Präsidentenwahlen im vergangenen November Obama.

Der Abstimmung war eine monatelange scharfe Diskussion vorausgegangen. Republikaner warfen Sotomayor „Rassismus“ vor. Sie sei eine linke „Gerichtsaktivistin“, die über ihre Urteile Politik machen wolle. Die Kritik entzündete sich vor allem an einer Äußerung Sotomayors. Sie hatte vor zwei Jahren die Hoffnung geäußert, „dass eine kluge Latina mit ihren reichen Erfahrungen häufiger zu besseren Urteilen gelangt, als ein weißer Mann, der nicht ein solches Leben geführt hat“.

In der Senatsanhörung nannte Sotomayor diese Äußerung selbst als unklug und missverständlich. Sie versicherte, dass sie ihre Aufgabe in der Interpretation der Verfassung sehe. Obama hatte die Tochter von Einwanderern aus Puerto Rico als „eine inspirierende Frau“ bezeichnet. Sie habe in als Staatsanwältin und Richterin mehr Erfahrung als jedes andere Mitglied im Obersten Gericht zu Beginn ihrer Tätigkeit, meinte Obama.

Allerdings wird das Kräfteverhältnis im obersten Gericht durch Sotomayor nicht verändert: Weiterhin stehen sich vier konservative und vier liberalere Richter gegenüber, mit einem neunten Mitglied als häufiges Zünglein an der Waage. Sotomayor löst den liberalen Richter David Souter ab, der aus privaten Gründen ausscheidet.

Sotomayors beruflicher Aufstieg erscheint wie ein Stück des „amerikanischen Traums“: Sie wuchs in der Bronx in New York auf. Der Vater starb, als sie neun Jahre alt war. Ihre Mutter arbeitete als Krankenschwester. Später studierte die Tochter an der Eliteuniversität Princeton.

Die Besetzung eines der neun Sitze im Supreme Court gilt als eine der wichtigsten Befugnisse jedes Präsidenten. Das Gericht entscheidet über alle juristisch strittigen Grundsatzfragen, ähnlich dem deutschen Verfassungsgericht. Die Richter werden auf Lebenszeit bestellt.

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