Erste Opfer zu Grabe getragen
Beide Tupolews durch Terroranschläge abgestürzt

Die Explosion von Bomben an Bord der beiden russischen Tupolew-Flugzeuge haben diese zum Absturz gebracht. Das bestätigten russische Ermittler am Montag.

HB MOSKAU. Zugleich lobte Präsident Wladimir Putin am Sonntag den Anti-Terror-Kampf im Land. Die Spezialeinheiten seien stets in der Lage, Gefahren zu beseitigen, hieß es in einem Grußschreiben Putins zur Jahresfeier der Sicherheitskräfte im Kreml. Ungeachtet der jüngsten Terroranschläge wird Bundeskanzler Gerhard Schröder gemeinsam mit Frankreichs Präsident Jacques Chirac an diesem Montagabend im südrussischen Badeort Sotschi erwartet.

Nach dem Absturz der beiden Tupolews mit 90 Toten am Dienstagabend, von denen eine das Ziel Sotschi anflog, haben sich jetzt die Hinweise auf zwei tschetschenische Frauen als Selbstmord-Attentäterinnen verdichtet. Ihre Leichen sind die einzigen, nach denen sich bislang kein Angehöriger erkundigt hat. Ermittler fanden auch am zweiten Flugzeugwrack Sprengstoff. In den Trümmern der bei Tula entdeckten Tupolew-134 seien Spuren von Hexogen nachgewiesen worden, teilte der Inlandsgeheimdienst FSB in Moskau am Samstag mit.

In den südrussischen Städten Sotschi und Wolgograd, dem Zielort der Tu-154, trugen Angehörige am Wochenende die ersten Toten zu Grabe. Die Behörden korrigierten die Zahl der Todesopfer. Demnach waren an Bord der Sotschi-Maschine 46 Menschen und an Bord der nach Wolgograd fliegenden Tupolew 44 und nicht 43 Menschen.

Die mutmaßliche Attentäterin in der Tu-154 habe möglicherweise ihren Bruder rächen wollen, der vor drei Jahren von russischen Soldaten in Tschetschenien entführt wurde und seitdem vermisst sei. Das schreibt die Tageszeitung „Iswestija“ unter Berufung auf Nachbarn der Tschetschenin. Russische Medien berichteten, auf einer islamistischen Internet-Seite habe ein Terrorkommando mit der Bezeichnung „Islambuli-Brigade von El Kaida“ die Verantwortung für die Abstürze übernommen.

Bei dem Dreiertreffen Putins mit Schröder und Chirac in Sotschi dürfte es auch um die Bekämpfung des internationalen Terrorismus gehen. Russland werde als Gastgeber die nötigen Sicherheitsvorkehrungen ergreifen, sagte ein Sprecher der Bundesregierung am Freitag in Berlin. Auch die Lage im Irak wird bei den bis Dienstag andauernden Gesprächen eine Rolle spielen. Deutschland, Frankreich und Russland bildeten im vergangenen Jahr in der Irakfrage eine Koalition der Kriegsgegner.

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