Erste Parlamentsrede
Japans neuer Premier will Patriotismus fördern

Der neue japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat am Freitag in der ersten Rede vor dem Parlament seit seiner Wahl die angekündigten Ziele bekräftigt: So will er die pazifististische Verfassung des Landes ändern, ein kollektives Verteidigungsbündnis mit den USA aufbauen und in der Außenpolitik eine deutlichere Rolle für Japan beanspruchen.

HB TOKYO. Der Nachfolger von Junichiro Koizumi forderte in seiner Rede eine weit reichende Erneuerung der japanischen Gesellschaft, wobei er in seiner Rhetorik an den Wahlkampf anknüpfte. Schon da trat Abe für ein selbstbewusstes Japan an, dass die Schuld, die das Land mit dem Zweiten Weltkrieg auf sich geladen hat, hinter sich lässt. So will er auch das Schulsystem reformieren, damit dort wieder Patriotismus gelehrt wird. Sorge bereitet den Nationalisten, dass immer mehr junge Japaner nichts von der bisherigen Arbeitsethik halten und sich statt für endlose Arbeitstunden in einer Firma für Teilzeitjobs entscheiden.

Zu den Nachbarn China und Südkorea will Abe eine vertrauensvolle Basis der Zusammenarbeit aufbauen. Die beiden Staaten seien wichtige Nachbarn für Japan, und gute Beziehungen zu ihnen seien von großer Bedeutung für Asien und die internationale Gemeinschaft. Das Verhältnis Südkoreas und Chinas zu Japan ist vor allem wegen des japanischen Umgangs mit der Kriegsgeschichte gespannt. Im Oktober will Abe zu einem Gipfeltreffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Roh Moo Hyun nach Seoul reisen.

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