Erste Reformschritte geplant
Weckruf für den Ölgiganten am Golf

Scheich Khalifa geleitet Abu Dhabi behutsam in die Aufwachphase. Das Emirat galt bislang als schlafender Riese, doch angesichts der harten Konkurrenz in Asien gilt es nun, den Standort zu sichern.

ABU DHABI. Die Fußstapfen, in die er treten sollte, waren groß. Doch Befürchtungen, er könne sie nicht ausfüllen, erwiesen sich schnell als unbegründet. Scheich Khalifa bin Zayed al-Nahyan hat in den 17 Monaten seiner Präsidentschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) gezeigt, dass er ein respektierter Nachfolger seines Vaters Scheich Zayed ist, der am 2. November 2004 im Alter von 86 Jahren verstorben war. Über Regierungserfahrung verfügte er zur Genüge. Schließlich bestimmte der 1948 geborene Scheich die Geschicke Abu Dhabis als Kronprinz bereits seit 1969 maßgeblich mit.

Scheich Zayeds Popularität war legendär. Seit dem Beginn des Ölrauschs am Golf 1966 hatte der Herrscher Abu Dhabi zu Ansehen und Wohlstand geführt. Er war Architekt der Föderation der VAE und hinterließ ein Emirat mit den drittgrößten Ölreserven der Welt. Mit dem zupackenden Charisma seines Vaters kann Scheich Khalifa nicht mithalten. Er gilt als Mann der leisen Töne, eher introvertiert, belesen und nachdenklich. Doch er ist nicht weniger fortschrittsorientiert. Sogar erste politische Reformen will er einleiten.

Abu Dhabi hat seine Rolle als Primus inter pares unter den sieben in den VAE seit 1971 zugeschlossenen Emiraten unter Scheich Khalifa bewahrt. Spekulationen, Dubai könne dem Nachbarn den Rang ablaufen, wurden schnell im Keim erstickt: Nur zehn Minuten benötigte der Rat der Emire, um Scheich Khalifa am 3. November 2004 zum Präsidenten der VAE zu wählen. Seither muss die jüngere Generation zeigen, wozu sie im Stande ist. Zur Seite steht dem Scheich dabei sein Halbbruder Scheich Mohammed bin Zayed al-Nahyan, Kronprinz und Vorsitzender des Exekutivrats.

Kontinuität ist die politische Basis Scheich Khalifas. Er könnte es ruhig angehen lassen, denn Abu Dhabi verfügt über beträchtliche Reichtümer. Der Scheich selbst zählt mit einem Privatvermögen von 19 Mrd. Dollar laut Forbes zu den drei reichsten Herrschern der Welt. Die ebenso diskret wie effektiv arbeitende Abu Dhabi Investment Authority (ADIA) verwaltet ein Vermögen von bis zu 500 Mrd. Dollar im Ausland. Die nachgewiesenen Ölreserven von 98 Mrd. Barrel spülen reichlich Petrodollars in den nächsten 100 Jahren in die Staatskasse.

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