Erste Reise seit 2007
Hamas-Führer zu Besuch in Ägypten

Nach vier Jahren ist der ranghohe Hamas-Führer Ismail Hanijeh erstmals zu einer Reise ins Ausland aufgebrochen. In Ägypten wurde er heute jubelnd empfangen.
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KairoDer ranghohe Hamas-Führer Ismail Hanijeh ist zu einem Besuch in Ägypten eingetroffen. Es ist seine erste Reise außerhalb des Gazastreifens, seit die Hamas das Gebiet 2007 überrannte. In der ägyptischen Hauptstadt Kairo traf Hanijeh am Montag mit dem Chef der Arabischen Liga und dem Anführer der Muslimbruderschaft zusammen.

Die Hamas hatte den Gazastreifen 2007 gewaltsam unter ihre Kontrolle gebracht und die rivalisierende Palästinenserorganisation Fatah von Präsident Mahmud Abbas verdrängt. Israel und Ägypten reagierten daraufhin mit einer Blockade des Gebiets.

Kairo bemüht sich derzeit um eine Versöhnung von Hamas und Fatah. Hanijeh sagte am Montag, eine Versöhnung mit der Fatah sei eine „strategische“ Angelegenheit.

Hanijeh will mehrere arabische Staaten sowie die Türkei besuchen, wie ein Berater mitteilte. Ziel sei es, mehr Unterstützung für die Palästinenser und den Wiederaufbau des Gazastreifens zu gewinnen. Hanija wolle unter anderem in Ägypten, Katar, Tunesien und dem Sudan Gespräche führen.

Es war das erste Mal seit der gewaltsamen Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen im Juni 2007, dass Hanija das Palästinensergebiet verließ. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte ihn damals des Amtes enthoben. Die radikalislamische Hamas herrscht seit dem blutigen Putsch im Gazastreifen und die Fatah im Westjordanland.

Israel hatte nach der Hamas-Machtübernahme die Blockade des Gazastreifens verschärft, so dass Hanija und andere Hamas-Führer nicht ausreisen konnten. Im vergangenen Jahr wurde die Abriegelung des Küstengebiets nach scharfer internationaler Kritik an der blutigen Stürmung des Schiffs „Mavi Marmara“ durch die israelische Marine gelockert. Bei dem Einsatz waren neun türkische Aktivisten getötet worden. Ägypten öffnete den Rafah-Grenzübergang zum Gazastreifen im Mai wieder für den Personenverkehr.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Im Jugendmagazin der PLO wird Hitler bewundert, weil er Juden ermordete – Die UNESCO finanzierte das Magazin mit…

    Kurzkommentar Ulrich J. Becker vorweg: Die oft tiefen antisemitischen, Judenverachtenden und hasserfuellten Denk- und ‘Erziehungs’muster in der arabischen Welt im allgemeinen und in der ‘palaestinensischen’ Gesellschaft im Speziellen werden gerne weitgehend in der westlichen Presse ignoriert oder klein geredet. Wie systematisch und absichtlich z.B. die PA und die PLO, die offiziell als ‘moderater’ und ‘legitimer’ Vertreter des ‘palaestinensischen Volkes’ angesehen werden (ganz zu schweigen von der Hamas, aber das waechst ja eh gerade wieder alles zusammen) Hetze zum juedischen Voelkermord verbreiten, wie absolut Friedensfeindlich ihre tagtaegliche Propaganda ist, ist meist nur den ‘eingeweihten’ bekannt, oder denjenigen, die arabischen Verstehen und ihre Fernsehsender sehen und Zeitungen lesen. (Die politische Elite Europas moechte Israel zum Verhandeln und Landabgeben an diese antisemitischen Monster bewegen, wenn nicht auch mal ‘hoeflich zwingen’.)
    Es gibt aber eine gewisse Abhilfe: Die Palestinian Media Watch (PMW) veroeffentlicht nahezu taeglich die letzten Hassattacken von PA, PLO und co. und so hier mal ein kurzer Einblick in eine der juengsten ‘Liebenswuerdigkeiten’ aus der PA/PLO. Danke an Renate fuer die Uebersetzung und Zusammenfassung dieser Veroeffentlichung bei PMW: ......

    http://aro1.com/jugendmagazin-der-plo-bewundert-hitler/

  • @ We-are-99-Prozent

    Die Bezeichnung Palästinenser ist die lateinische Version von Philister, hat aber mit dem philistäischen Insel- und Küstenvolk nichts zu tun, denn der römische Kaiser Hadrian setzte 135 nach Chr. Für das von ihm eroberte Israel/Judäa den Namen „Provinz Syria Palästina“ ein. Daher ist der Anspruch der Palästinenser, Ureinwohner des Landes zu sein, absurd. Bis zur Staatsgründung Israels 1948 waren alle Bewohner des britischen Mandatsgebietes „Palästinenser“, egal ob Araber, Juden oder Christen. Auch Israels Staatsgründer David Ben Gurion war laut Pass Palästinenser. Und die erste jüdische Tageszeitung hiess „Palestine Post“. Der Begriff eines „palästinensischen Volkes“ taucht erstmals 1964, mit der Gründung der „Palestine Liberation Organization“ auf. Damit rief 1969 Arafat die PLO ins Leben, denn nur der Mythos eines Volkes konnte die bis dahin so unterschiedlichen und zerstrittenen Araber in diesem Gebiet vereinen. Weil der heutige Palästina-Begriff gebietsmässig an das britische Mandatsgebiet gekoppelt ist, muss noch festgestellt werden, dass von diesem „Palestine“ 74% auf der Ostseite des Jordanflusses liegen und nur 24% auf seiner Westseite, was Israel und die Westbank beinhaltet. Wenn also von einer Befreiung Palästinas die Rede ist, fragt man sich, warum dann nur von dem Gebiet Israels und nicht von den 74% jenseits des Jordans.

    Aber sie dürfen uns mit fakten und beweisen gerne vom gegenteil überzeugen , wenn sie welche haben !!!

  • So flohen tausende Araber, nicht vor den Israelis (!), sondern vor den Bomben ihrer Brüder. Als wider Erwarten Israel siegte, waren die Araber draußen jenseits der Grenze.

    Nachdem am 14. Mai 1948 der Staat Israel ausgerufen wurde, erklärten die arabischen Staaten mit ihren 160 Millionen Menschen dem gerade geborenen Judenstaat mit seinen nur 650.000 Einwohnern (240 Araber gegen 1 Juden) den Krieg. In der festen Überzeugung, „die Juden ins Meer zu treiben“, forderten die arabischen Kriegsherren die arabischen Bewohner Israels auf, für zwei Wochen ihre Häuser zu verlassen, weil „unsere Bomben nicht zwischen Juden und Araber unterscheiden können!“ So flohen tausende Araber, nicht vor den Israelis (!), sondern vor den Bomben ihrer Brüder. Als wider Erwarten Israel siegte, waren die Araber draußen jenseits der Grenze.
    Anstatt dass die Araber ihre Brüder integrierten und ihnen die von Juden verlassenen Immobilien überließen, mussten doch zur gleichen Zeit 680.000 Juden ihre arabischen Länder verlassen und Haus und Hof ohne Entschädigung zurücklassen, pferchte man sie in Flüchtlingslager. Zu dem palästinensischen Volksmythos kam inzwischen noch der islamische Fundamentalismus, der gegen jede Koexistenz mit Israel ist, und „nicht eher ruhen (will), bis jeder Quadratzentimeter palästinensischen Bodens von den israelischen Besatzern befreit und Jerusalem die Hauptstadt des Palästinenserstaates ist“.

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