Erster Atomwaffen-Test
Nordkorea zündet testweise die Bombe

Das kommunistische Nordkorea hat zum ersten Mal überhaupt einen Atomwaffen-Test durchgeführt, um die Existenz seiner Bombe zu belegen. Dadurch verschärfen sich die Spannungen in der ohnehin konfliktreichen Region nochmals. Die Regierungen der Nachbarstaaten sind zu Dringlichkeits-Sitzungen zusammengetreten.

HB SEOUL. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete, der unterirdische Test sei erfolgreich verlaufen. „Der Atomwaffentest ist ein historisches Ereignis, das unser Militär und unser Volk glücklich macht“, hieß es. „Der Atomwaffentest wird dazu beitragen, den Frieden und die Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und in der umliegenden Region zu erhalten.“ Aus dem Versuchsgelände sei keine Radioaktivität ausgetreten.

Nordkorea hat in der vergangenen Woche bekannt gegeben, es werde zur Abschreckung einer möglichen Invasion der Vereinigten Staaten erstmals eine Atomwaffe testen. Die Ankündigung löste weltweit Besorgnis aus. Neben zahlreichen Staats- und Regierungschefs forderte auch der UN-Sicherheitsrat die Regierung in Pjöngjang auf, auf den Test zu verzichten. Nordkorea hatte bereits im vergangenen Jahr erklärt, über eigene Atomwaffen zu verfügen, bisher jedoch noch keinen entsprechenden Test ausgeführt, wodurch der Kernwaffenbesitz belegt würde.



Nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums wurde eine Atombombe ersten Informationen zufolge in einem abgelegenen Teil im Nordosten des Nachbarlandes um 10.36 Uhr Ortszeit (03.36 Uhr MESZ) gezündet. Der südkoreanische Präsident Roh Moo Hyun berief in Seoul eine Dringlichkeitssitzung der zuständigen Minister ein. Auch ein US-Behördenvertreter sagte, er habe aus Südkorea die Nachricht von einem Test erhalten. Radioaktivität sei ersten Erkenntnissen zufolge nicht ausgetreten.

Japan will harte Sanktionen

Die japanische Regierung setzte laut der Nachrichtenagentur Kyodo einen Sonderausschuss ein, um eine angemessene Reaktion zu erarbeiten. Japan hat schon in der vergangenen Woche angekündigt, man werde sich für harte Sanktionen einsetzen, falls Pjöngjang die Appelle der internationalen Staatengemeinschaft ignoriere.

Nach Bekanntwerden der Nachricht sackten die südkoreanische Währung Won und der japanische Yen zunächst ab. Der Dollar stieg zwischenzeitlich auf 119,15 Yen und damit auf ein Sieben-Monats-Hoch zum Yen.

Kurz vor den Meldungen war Japans neuer Ministerpräsident Shinzo Abe zu einem Staatsbesuch in Südkorea eingetroffen. Bei dem Treffen mit Präsident Roh Moo Hyun sollte der Nordkorea-Konflikt zur Sprache kommen.

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