Erstes arabisches Land erklärt Bereitschaft
Jordanien will Truppen in den Irak schicken

Jordanien ist als erstes arabisches Land zur Entsendung von Truppen in den Irak bereit. Der jordanische König Abdullah sagte in einem Interview des britischen Senders BBC am Donnerstagabend: „Wenn der Irak uns direkt um Hilfe bittet, wird es für uns sehr schwer sein, Nein zu sagen.“

HB LONDON. Er habe darüber aber noch nicht mit dem Irak gesprochen. Jordanien wäre auch das erste Nachbarland des Iraks, das Soldaten in das Land schicken würde. Das Königreich ist ein enger Verbündeter der USA, die die multinationale Truppe im Irak anführen. Das Angebot bedeutet eine grundlegenden Wandel der jordanischen Position zur internationalen Militärpräsenz im Irak, nun da die USA die Macht in dem Golfstaat an eine Übergangsregierung abgegeben haben. Die USA begrüßten die Bereitschaft Abdullahs.

„Wegen der jordanisch-irakischen Geschichte war meine Position bisher, keine Soldaten zu schicken“, sagte Abdullah der BBC weiter. „Ich dachte, dass alle Nachbarländer des Iraks eigene Interessen haben, so dass wir nicht die Richtigen sind, so etwas zu tun. Nun gibt es aber eine Übergangsregierung im Irak und, wie wir hoffen, sehr bald eine umfassend unabhängige Entwicklung (des Landes). Ich gehe davon aus, dass es sehr schwer wäre, Nein zu sagen, wenn die Iraker uns direkt um Hilfe bitten würden.“ Seine Botschaft an den Präsidenten und Ministerpräsidenten des Iraks sei: „Sagt uns, was Ihr wollt, sagt uns, wie wir helfen können, und dann werden wir dies mit 110-prozentiger Unterstützung tun.“

Das Vorgängergremium der Übergangsregierung, der von den USA ernannte Provisorische Rat, hatte Truppen aus benachbarten Ländern strikt abgelehnt. Deswegen hatte die im Norden angrenzende Türkei ein entsprechendes Angebot schließlich zurückgezogen.

Die USA begrüßten die Aussicht, dass sich ein arabisches Land an der Sicherung des Iraks beteiligen könnte. „Es wäre wichtig, dass ein Nachbar, dass moslemische Truppen zur Stabilisierung des Landes beitragen würden, denn der Irak braucht Hilfe. Ich bin mir sicher, dass arabische Partner im Einsatz auf den Straßen willkommen wären“, sagte ein hochrangiger Regierungsvertreter, der nicht genannt werden wollte.

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