Erstmals Abendessen mit Delegation aus China
G7-Gruppe sorgt sich um hohen Ölpreis

Der derzeit hohe Ölpreis ist nach Ansicht der G7-Länder eine Gefahr für die Weltkonjunktur. Sie forderten die Ölförderländer zu einer Produktionsausweitung auf, um so den Preis zu drücken.

HB BERLIN. Die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben wichtigsten Industriestaaten der Erde (G7) haben die Rohöl exportierenden Länder aufgefordert, mit einer Produktionserhöhung für einen Rückgang der derzeit hohen Ölpreise zu sorgen. Das aktuelle Preisniveau sei eine Gefahr für die globale Konjunktur, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der G7, die am Freitagabend bei dem Treffen in Washington beschlossen wurde.

«Wir gehen davon aus, dass die Ölpreise zurückgehen werden», sagte der Chef der Europäischen Zentralbank, Jean-Claude Trichet. «Wenn nicht, wird das Auswirkungen haben, die für alle nicht gut sind.» Wegen der hohen Ölpreise hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Wachstumsprognose für 2005 abgesenkt. Am Freitag hatte der Ölpreis an der New Yorker Warenterminbörse mit 50,12 Dollar pro Fass (159 Liter) auf einem Rekordhoch geschlossen.

Meinungsverschiedenheiten zwischen den G7-Ländern zeigten sich bei der Frage eines Schuldenerlasses für den Irak. Die USA streben an, bis zu 95 Prozent der irakischen Auslandsschulden in Höhe von 97 Milliarden Euro zu streichen. Frankreich und Deutschland wollen dagegen in diesem Jahr nur 50 Prozent der Schulden des Iraks erlassen und in drei Jahren die Schuldenfrage erneut diskutieren. In der G7-Erklärung wurde nur das Ziel ausgegeben, für die Verringerung der irakischen Auslandsschulden bis Ende des Jahres eine Rahmenvereinbarung zu treffen.

Erstmals saß beim Abendessen der Minister und Notenbankchefs eine chinesische Delegation mit am Tisch. Beobachter sehen darin ein mögliches Signal, dass damit ein Prozess beginnen könnte, in dem China letztlich in die Gruppe der G7 aufgenommen oder zumindest wie Russland in der derzeitigen G8 hinzugezogen wird. Die Vertreter der G7-Länder kamen im Vorfeld eines Treffens von IWF und Weltbank zusammen, das an diesem Wochenende in Washington stattfindet.

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