Erstmals seit sechs Wochen wieder Fernsehbilder
Castro zeigt sich ganz fidel

Erstmals seit rund sechs Wochen hat das kubanische Staatsfernsehen am Samstag wieder ein Lebenszeichen von dem erkrankten Revolutionsführer Fidel Castro gezeigt. Das staatliche Fernsehen strahlte Aufnahmen des 80-Jährigen aus, der in einem Zimmer herumging. Castro machte sich auch über Gerüchte lustig, nach denen er im Sterben liege.

HB HAVANNA. Castro las in dem etwa fünf Minuten langen Film mit lauter Stimme Titel örtlicher Zeitungen vor. Castro hatte wegen einer schweren Erkrankung am 31. Juli die Macht vorübergehend an seinen Bruder Raúl (75) abgegeben. Am 2. Dezember will Fidel wieder in Erscheinung treten. Ob der 80-Jährige dann wieder seine Ämter übernehmen wird, ist nicht bekannt.

Mit dem Film sollte offenbar Gerüchten entgegengetreten werden, denen zu Folge sich der Gesundheitszustand Castro verschlechtert habe. Er habe an vielen wichtigen Entscheidungen von Partei und Regierung der letzten Zeit mitgewirkt, sagte der Rekonvaleszent. Nach Einschätzung von Beobachtern hat der 80-Jährige im Vergleich zu den letzten Aufnahmen von Mitte September leicht zugenommen. Castro führte auch vor, dass er ohne fremde Hilfe gehen kann.

Zuletzt hatte die Parteizeitung „Granma“ am 18. September Fotos veröffentlicht, die bei einem Gespräch Castros mit einen argentinischen Politiker und Publizisten aufgenommen worden waren. Wegen fehlender aktueller Bilder war über eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands spekuliert worden.

Diese Spekulationen störten ihn nicht weiter, betonte Castro. Einige Feinde hätten voreilig erklärt, er liege im Sterben oder sei schon tot, deshalb habe er seinen Landsleuten und Freunden in aller Welt dieses Filmmaterial zukommen lassen. „Sie haben mich zu früh für todgeweiht erklärt“, sagte der Staatschef. „Aber es freut mich, meinen Landsleuten und Freunden dieses kleine Video zu schicken.“ Seine Genesung werde sich noch etwas hinziehen, er mache jedoch gute Fortschritte. Gerüchte, er sei sterbenskrank, bezeichnete Castro als lächerlich und beleidigend. Castro fügte hinzu, er bemühe sich, die Regierung nach Kräften zu unterstützen. Der bolivianische Präsident Evo Morales erklärte am Samstag, Castro werde sein Amt in zwei bis drei Wochen wieder aufnehmen.

Der 80-Jährige wurde seit dem 26. Juli nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Er unterzog sich nach kubanischen Regierungsangaben einer Darmoperation. Einzelheiten wurden jedoch nicht bekannt gegeben, was Gerüchte über ein Krebsleiden auslöste. Raul Castro wies dies zurück.

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