"Erwartungen nicht erfüllt"
Palästinenser vom Gipfel mit Israel enttäuscht

Das Gipfeltreffen zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon und Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas in Jerusalem hat nach Ansicht der Palästinenser den Friedensprozess nicht vorangebracht.

HB JERUSALEM/RAMALLAH. „Es war ein schwieriges Treffen und hat unsere Erwartungen nicht erfüllt“, sagte der palästinensische Ministerpräsident Ahmed Korei in Ramallah nach dem Treffen am Dienstag. „Insgesamt hat uns das, was uns präsentiert wurde, überhaupt nicht überzeugt oder zufrieden gestellt.“

Nach Informationen des israelischen Rundfunks hat Scharon Abbas die Übergabe der Kontrolle über zwei weitere Städte im Westjordanland angeboten. Zudem werde Israel 26 000 palästinensischen Arbeitern und 13 000 Händlern eine Arbeitsgenehmigung geben. Im Gazastreifen könnten die Palästinenser Pläne den nie fertiggestellten Seehafen in Betrieb nehmen und den vor einigen Jahren zerstörten Flughafen wiederherstellen. Bedingung sei ein konsequentes Vorgehen gegen militante Gruppen.

Über eine mögliche Freilassung weiterer Palästinenser aus israelischer Haft solle später gesprochen werden, berichtete der Rundfunk nach dem als geschäftsmäßig beschriebenen Treffen.

Unterdessen drohte die Palästinenserführung militanten Gruppen nach mehreren Angriffen und einem versuchten Selbstmordattentat mit Einsätzen der Polizei. Scharon hatte Abbas vorgehalten, er schreite nicht gegen Terrorismus und militante Gruppen ein. Israel forderte eine genauen Plan, in dem Abbas sein Vorgehen erklären sollte. Das palästinensische Innenministerium kündigte an, es würden „ernste und angemessene Maßnahmen ergriffen, um Angriffe zu verhindern“.

Nach einem tödlichen Feuerüberfall auf einen Siedler nahm die israelische Armee in der Nacht zum Dienstag etwa 50 Mitglieder der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad fest. Der israelische Rundfunk meldete, die Festnahmen seien an verschiedenen Orten im gesamten Westjordanland erfolgt. Die Gruppe hatte sich zu dem Anschlag am Montag bekannt. Es war die erste große Festnahmewelle seit der Vereinbarung einer Waffenruhe im Februar.

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