Erzfeinde
Indien und Pakistan normalisieren Beziehungen

Indien und Pakistan wollen ihre Handelsbeziehungen verbessern. Strenge Auflagen auf gegenseitige Importe sollen deutlich gelockert werden. Diplomaten sprechen von einem „Durchbruch“ im Friedensprozess.
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Neu DehliDie verfeindeten Atommächte Indien und Pakistan wollen ihre Wirtschaftsbeziehungen liberalisieren und so dem stockenden Friedensprozess neuen Schub verleihen. Die bislang strengen Auflagen für den Handel sollen ebenso gelockert werden wie die Visa-Bestimmungen für die Angehörigen beider Staaten. „Wir haben das Blatt gewendet“, sagte der pakistanische Handelsminister Zafar Mehmood am Dienstag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem indischen Amtskollegen. Ein hoher US-Diplomat bezeichnete die Beschlüsse ebenfalls als „Durchbruch“.

Die bislang gültige Liste der wenigen indischen Güter, deren Import Pakistan zuließ, soll durch eine Liste mit wenigen Importverboten ersetzt werden. Hierunter werden sich vor allem Pharma- und Maschinenbauprodukte befinden, da Pakistans Wirtschaft die indische Konkurrenz auf diesem Sektor fürchtet. Beide Länder wollen zudem Möglichkeiten für einen bilateralen Energiehandel prüfen. Die bisher strikten Einreisebestimmungen für Inder in Pakistan sollen aufgehoben werden. Die Beziehungen beider Staaten sind so gut wie lange nicht - Grund hierfür ist die Ankündigung der Regierung in Islamabad vom vergangenen Monat, dem großen Nachbarstaat den Status eines privilegierten Handelspartners einräumen zu wollen.

Indien und Pakistan haben immer wieder versucht, die Spannungen aus ihren Beziehungen zu nehmen. 2008 zerbombten pakistanische Attentäter den Friedensprozess mit einem Anschlag auf die indische Finanzmetropole Mumbai, das frühere Bombay, bei dem 166 Menschen starben. Erst im Februar dieses Jahres nahmen beide Staaten die Friedensgespräche wieder auf.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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