„Es gibt nicht Neues“
Ministerium dementiert Terrormeldungen von US-Sendern

Deutsche und US-Behörden haben einem Medienbericht widersprochen, wonach es eine neue unmittelbare Anschlaggefahr für Bürger oder Einrichtungen der Vereinigten Staaten in der Bundesrepublik geben soll.

HB BERLIN/WASHINGTON. „Es gibt nichts Neues“, teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Freitag mit. US-Behörden erklärten zeitgleich, ihnen lägen keine Informationen für einen neue Bedrohung in Deutschland vor.

Der US-Sender ABC News hatte zuvor unter Berufung auf deutsche und amerikanische Behörden berichtet, es gebe fortgeschrittene Pläne von Extremisten für einen Angriff auf US-Soldaten oder Touristen in Deutschland. „Die Information, der die Drohung zu Grunde liegt, ist sehr real“, zitierte der Sender einen ranghohen US-Behördenvertreter. ABC gab in seinem Bericht zudem Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble mit den Worten wider, das Gefährdungsniveau sei hoch. Deutschland sei Teil der globalen Bedrohung durch den islamistischen Terrorismus.

ABC News führte ferner deutsche und amerikanische Strafverfolgungsbehörden an, denen zufolge ein Ziel das Hauptquartier der US-Streitkräfte in Europa, die Patch-Barracks in Stuttgart, sein könnte. Es lägen Berichte vor, wonach mutmaßliche Terroristen die Anlage ausgekundschaftet hätten.

„Es handelt sich um den längst bekannten Sachverhalt, der die amerikanischen Behörden dazu veranlasst hatte, eine Warnung an die eigenen Staatsangehörigen zu veröffentlichen“, betonte das Bundesinnenministerium nach Veröffentlichung des ABC-News-Berichts.

Im April hatte die US-Botschaft in Berlin ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt und allen Amerikanern in Deutschland empfohlen, wachsamer zu sein. In Sicherheitskreisen hieß es damals, Grundlage der Warnung seien nachrichtendienstliche Hinweise. Mehrere Zeitungen berichteten, es werde ein Anschlag irakischer Terroristen auf US-Bürger oder amerikanische Einrichtungen in Deutschland befürchtet. Ein US-Behördenvertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte, erklärte am Freitag: „Die Bedrohung wurde damals ernst genommen und wir verabschieden uns jetzt nicht davon. Aber nichts deutet darauf hin, dass hier eine neue Dringlichkeit vorliegt.“

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