Eskalation befürchtet
Simbabwe: Opposition bittet um internationale Hilfe

Die Opposition in Simbabwe hat die Vereinten Nationen aufgefordert, ein Ausbrechen der Gewalt nach den Wahlen zu verhindern. Am Samstag hatten Polizisten die Anwälte der Oppositionspartei daran gehindert, zu einem Gerichtstermin zu erscheinen, bei dem sie die Herausgabe der Ergebnisse der Präsidentenwahl einklagen wollten.

HB HARARE. Die Opposition in Simbabwe hat Staatschef Robert Mugabe vorgeworfen, das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen der vergangenen Woche mit Gewalt ändern zu wollen. Mugabe bereite einen „Krieg gegen die Bevölkerung“ vor und lasse vor der Stichwahl Sicherheitskräfte aufmarschieren, sagte der Chef der oppositionellen Bewegung für Demokratischen Wandel (MDC), Morgan Tsvangirai, am Samstag auf einer Pressekonferenz. Eine Stichwahl um das Präsidentenamt sei jedoch nicht nötig, da er die Abstimmung gewonnen habe.

Eine Woche nach der Wahl lag noch immer kein Ergebnis der Präsidentenwahl vor. Die Zahlen würden vorgelegt, „sobald sie bereit sind“, erklärte die Wahlkommission. Im Senat, der Beschlüsse der ersten Kammer blockieren kann, gibt es ein Patt zwischen Mugabes Zanu-PF und der Opposition, die je 30 Mandate gewannen. Entscheidend für die Zusammensetzung der zweiten Kammer ist jedoch der Ausgang der Präsidentenwahl. Der Staatschef ernennt nämlich 15 Senatoren. 18 andere werden von Stammesältesten bestimmt, die dem Präsidenten normalerweise loyal ergeben sind.

Die MDC hat erklärt, ihr Kandidat Tsvangirai habe gewonnen und müsse daher zum Präsidenten erklärt werden. Hochrechnungen der Regierungspartei Zanu-PF und unabhängiger Beobachter zufolge hat Tsvangirai jedoch nicht die absolute Mehrheit erhalten, die nötig ist, um eine Stichwahl zu vermeiden.

Die MDC will die Veröffentlichung des Wahlergebnisses nun gerichtlich erzwingen. Bewaffnete Polizisten verwehrten MDC-Anwälten aber den Weg in das Gerichtsgebäude. Sie hätten auch gedroht zu schießen, sagte einer der Anwälte. Die Anhörung sei nun auf Sonntagmittag verschoben worden.

Unterdessen erklärte Südafrikas Präsident Thabo Mbeki, die internationale Gemeinschaft solle zunächst die Ergebnisse der Wahl abwarten. Er glaube, dass die Lage derzeit unter Kontrolle sei, sagte Mbeki bei seiner Ankunft auf einer Konferenz nahe London.

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