Eskalation in Nahost
Zwölf Tote bei Militäroperation im Gazastreifen

Im Gazastreifen sind innerhalb von 24 Stunden bei Gefechten zwischen israelischen Soldaten und militanten Palästinensern zwölf Menschen getötet worden. Mindestens weitere 45 palästinenser wurden verletzt.

HB JERUSALEM/GAZA. Im Flüchtlingslager von Rafah an der ägyptischen Grenze suchten israelische Truppen nach Tunneln von Waffenschmugglern. Nur Stunden nach einer Vermittlungsreise des ägyptischen Außenministers Ahmed Maher nach Israel markierte die Eskalation den blutigsten Tag seit zwei Monaten. Im Zusammenhang mit dem tätlichen Angriff palästinensischer Fundamentalisten auf Maher bei einem Besuch auf dem Jerusalemer Tempelberg wurden unterdessen sieben Männer festgenommen.

Israelische Soldaten rückten am Dienstag im Morgengrauen mit Panzern, gepanzerten Fahrzeugen und Planierraupen in das Flüchtlingslager von Rafah ein. Bei mehrstündigen Gefechten seien bis zum Nachmittag acht Palästinenser umgekommen, sagte der Leiter der Notfallambulanz im Krankenhaus von Rafah, Ali Musa. Augenzeugen berichteten, israelische Kampfhubschrauber hätten mit Raketen in die Schießereien eingegriffen.

Bei einem Angriff im zentralen Gazastreifen waren am Montagabend zwei israelische Soldaten getötet worden. Die Armee verfolgte die Angreifer und tötete nach eigenen Angaben zwei palästinensische Schützen. Nach palästinensischen Angaben bekannten sich die Al-Aksa- Brigaden und der islamische Dschihad zu dem Angriff.

Fundamentalisten greifen Maher in Jerusalem an

Ein israelischer Militärsprecher sagte, der Einsatz in Rafah sei keine Vergeltung für den Feuerüberfall auf die Soldaten. Ziel sei es, Tunnel unter der Grenze nach Ägypten zu zerstören, durch die Extremisten Waffen in den Gazastreifen schmuggelten. Aus dem israelischen Militär hieß es, es habe in diesem Monat eine Zunahme von Angriffen gegeben, für die Waffenmaterial über Rafah verschoben worden sei. Der palästinensische Chefunterhändler Sajeb Erekat sagte dagegen, Israel „verstärkt seine Militäreinsätze, um unsere Anstrengungen zu beerdigen, einen Frieden wieder auf das richtige Gleis zu bringen“.

Bei den wegen des tätlichen Angriffs auf Maher Festgenommenen handelt es sich nach israelischen Angaben um fundamentalistische Palästinenser aus dem Ostteil Jerusalems. Für den Angriff wird die islamistische Splittergruppe „Befreiungspartei“ verantwortlich gemacht. Maher war am Montag erstmals seit zwei Jahren wieder zu einer Vermittlungsmission im Nahost-Konflikt in Israel eingetroffen.

Nach Angaben der staatlichen Zeitung „Al-Ahram“ beschrieb Maher den Angriff nach seiner Rückkehr als „eine Dummheit, die nicht die Gefühle des palästinensischen Volkes gegenüber Ägypten und seinem Präsidenten widerspiegelt“. Das Büro von Präsident Husni Mubarak hatte am Montagabend erklärt, es bedaure zutiefst den „Angriff einer Gruppe unverantwortlicher Palästinenser“. Eine palästinensische Delegation reiste am Dienstag zur Entschuldigung nach Kairo.

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