ETA-Terror
Erneut Bombenterror auf Mallorca

Mit einer Serie von Explosionen hat die baskische Untergrundorganisation ETA die Urlaubsinsel Mallorca überzogen. In einem Restaurant am Stadtrand von Palma de Mallorca explodierte ein Sprengsatz, kurz danach gingen zwei weitere Bomben hoch.

HB PALMA DE MALLORCA. Neuer Schock für die Urlauber auf Mallorca: Zehn Tage nach dem Mordattentat auf zwei Polizisten hat die baskische Terrororganisation ETA neue Bombenanschläge auf der spanischen Ferieninsel verübt. In der Hauptstadt Palma explodierten am Sonntag drei Sprengsätze. Wie die Polizei mitteilte, wurde niemand verletzt. Es entstand nur geringer Sachschaden. Vor den Detonationen hatte ein Anrufer im Namen der ETA eine telefonische Warnung durchgegeben. Sicherheitskräfte räumten die betroffenen Gebäude.

Das Auswärtige Amt in Berlin riet Urlaubern zu Vorsicht auf der Insel. „Reisende werden gebeten, den Anweisungen der örtlichen Sicherheitsbehörden Folge zu leisten und sich umsichtig zu verhalten, insbesondere Menschenansammlungen zu meiden“, heißt es in dem am Sonntag aktualisierten Reisehinweisen für Spanien. Experten rechnen allerdings kurzfristig nicht mit großen Auswirkungen auf die Reiselust der Deutschen. Auch nach einem ersten ETA-Anschlag auf Mallorca, bei dem am 30. Juli zwei Polizisten getötet worden waren, war der Besucherstrom nicht abgerissen.

Die beiden ersten Bomben detonierten am Sonntag in Portixol, einer Urlauberhochburg am Rande von Palma. Sie hatten nur geringe Sprengkraft und richteten kaum nennenswerte Schäden an. Der erste Sprengsatz explodierte in einem Szene-Restaurant. Er war in einem Rucksack deponiert, den die Terroristen in der Damen-Toilette des Lokals versteckt hatten. Das Lokal liegt auf dem Weg zwischen der Innenstadt von Palma und dem Flughafen von Mallorca. Nicht weit davon entfernt befinden sich der See- und der Jacht-Hafen von Palma.

Etwa zwei Stunden später explodierte in einem anderen Restaurant in etwa 500 Meter Entfernung eine zweite Bombe. Der dritte Sprengsatz ging am Abend in der Innenstadt von Palma in einem unterirdischen Einkaufszentrum unterhalb des Platzes Plaza Mayor hoch.

Obwohl bei den Anschlägen keine größeren Schäden entstanden, bedeuteten sie einen Schock für den Tourismus auf Mallorca. Allerdings glauben Experten nicht, dass die Reisebranche kurzfristige Einbußen fürchten muss. „Ich denke, das (die Anschläge) allein wird jetzt noch nicht dazu führen, dass morgen der Buchungsstrom nach Mallorca abbricht“, sagte Karl Born, Professor für Tourismuswirtschaft an der Hochschule Harz in Wernigerode, der Nachrichtenagentur dpa. Anders wäre es jedoch, „wenn die Balearen-Insel jetzt ein ganz neues Aktionsziel der ETA sein sollte, dann wird es irgendwann auch nicht ohne Auswirkungen bleiben“.

Viel hänge auch von der Reaktion der Behörden ab. So habe beim ersten Anschlag vor zehn Tagen vor allem die Sperrung des Flughafens die Urlauber verunsichert, meinte Born. Dabei hatten ETA-Terroristen in der Urlauberhochburg Palmanova zwei Polizisten mit einer Bombe getötet. Wenige Stunden vor den neuen Anschlägen hatte die ETA sich in einem Kommuniqué zu dem Mordattentat auf die Beamten bekannt.

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