EU-Austritt?
Der britische Alptraum

Großbritanniens Premier Cameron droht mit dem EU-Austritt. Dieser Vorstoß könnte nach hinten losgehen. Britische Ökonomen warnen: Ein EU-Austritt könnte die eigene Wirtschaft härter treffen als die Finanzkrise.
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DüsseldorfDer britische Premierminister David Cameron setzt seinen EU-Kollegen die Pistole auf die Brust. Beim EU-Gipfel Ende Mai hatte er gegenüber Medien mit dem EU-Austritt Großbritanniens gedroht, falls der Luxemburger Jean-Claude Juncker neuer EU-Kommissionspräsident wird. Eigentlich hat die britische Regierung ein Referendum über den Verbleib in der EU erst für 2017 geplant. Mit diesem Schachzug wollte Cameron der europakritischen United Kingdom Independence Party (UKIP) das Wasser abgraben. Doch der Plan ging schief: Die UKIP wurde bei der Europawahl stärkste Kraft. Nun wird ein Austritt Großbritanniens immer wahrscheinlicher.

Für die britische Wirtschaft wäre das ein Alptraum. In der aktuellen Studie „Brexit or Fixit?“ über die wirtschaftlichen Auswirkungen eines britischen EU-Austritts warnen hochrangige Ökonomen vom Center for Economic Performance (CEP) der London School of Economics vor den enormen Kosten einer solchen Entscheidung. Die Abkürzung Brexit steht für British Exit, also für den britischen EU-Austritt. Das Fazit des Forscherteams um Institutschef John van Reenen zum Brexit ist vernichtend: „Der Traum einer Isolation Großbritanniens könnte sich als sehr kostspielig erweisen.“

Nach den Berechnungen der Ökonomen würde ein EU-Austritt die Briten selbst unter sehr optimistischen Annahmen mindestens 2,2 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung kosten. Im schlimmsten Fall könnte Großbritannien auf längere Sicht ein Zehntel seiner Wirtschaftskraft einbüßen. „Die Kosten müssten letztlich die Briten selbst tragen in Form von niedrigeren Löhnen“, sagt Studienautor John Van Reenen. Großbritannien habe sechs Jahre andauernde Lohnkürzungen hinter sich. „Ein EU-Austritt würde dazu führen, dass die Lohnstagnation anhält.“

Demgegenüber beschränken sich die finanziellen Vorteile eines Austritts vor allem auf den Wegfall von Transferzahlungen an die EU, die 2013 rund 0,5 Prozent des britischen Volkseinkommens ausmachten. Sie würden jedoch bei weitem überwogen durch die entstehenden Kosten.

Das liegt vor allem an der starken Handelsverflechtung mit der EU. Als die Briten 1973 der EU beitraten, gingen weniger als ein Drittel ihrer Exporte in die EU – inzwischen sind es die Hälfte (2011: 50 Prozent). Um die Kosten zu berechnen, gehen die Ökonomen in der Studie von zwei Szenarien aus. Im optimistischen Fall bekäme Großbritannien auch nach seinem Austritt dieselben Privilegien wie die Schweiz oder Norwegen. Diese Länder sind Teil des Europäischen Binnenmarkts. Das heißt: Großbritannien hätte keinen Einfluss mehr auf die Regeln des Binnenmarktes, könnte aber weiter daran teilnehmen. Die meisten Experten halten das aber für unrealistisch. Sie glauben nicht, dass die Briten nach einem Austritt solche Privilegien bekämen.

Kommentare zu " EU-Austritt?: Der britische Alptraum"

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  • Ich würde gerne ein Jahr dranhängen und länger Arbeiten für ein Exit Deutschlands aus der EU, dann wüsste ich, dass es meinen Kindern mal besser geht.

    Geld und Hochfinanz it Banken ist nicht alles..

    rudolfo

  • "Britische Ökonomen warnen: Ein EU-Austritt könnte die eigene Wirtschaft härter treffen als die Finanzkrise. Von Jan Mallien"

    Oh! Oh! Oh! Bitte! Bitte! Darf ich die Fukushima-Rhetorik verwenden?

    "Ein EU-Austritt könnte die eigene Wirtschaft härter treffen als die Finanzkrise. Doch der Verbeib in der EU wird die Britten weit mehr kosten und das Land komplett ruinieren! Von Mir"

    P.S. zum Weiteren, Herr Mallien, Staaten haben nicht allein wirtschaftliche Interessen.

  • Wenn Ökonomen warnen, muss man das nicht so ernst nehmen. Cameron ist auf dem guten Weg zu mehr Selbstbestimmung, die von den anderen Ländern auch gewollt ist. Auch Deutschlands Ausverkauf durch Merkel und Schäuble muss aufhören, sonst wird die AfD noch stärker. Die Politik ist nicht fürs Volk gemacht, sondern in vielen Bereichen gegen das deutsche Volk. Es muss rigorose Veränderungen geben. Die Union fängt bereits an, sich selbst zu zerlegen.

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