EU-Austritt
Ein teurer Spaß für Großbritannien

Der EU-Austritt ist in Großbritannien mittlerweile ein gern diskutiertes Thema – mit vielen Befürwortern. Doch das „Goodbye“ von der EU würde den Briten viele Handelsvorteile kosten, Finanzdienstleister würden abwandern.
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GenfNicht wenige Parteifreunde des konservativen britischen Premierministers David Cameron dringen auf einen EU-Austritt. Lieber heute als morgen würden sie ihr Land lösen aus dem Staatenverbund, der ständig zerstritten ist und wegen der hohen Schulden mitten in der Krise steckt. Cameron hat signalisiert, dass er sich ein Referendum darüber bis 2017 vorstellen kann, sollte er 2015 wiedergewählt werden. Umfragen zeigen, dass die Briten durchaus für eine solch radikale Kehrtwende stimmen könnten. Wirtschaftlich wäre dies aber hochriskant, wie Experten betonen. Großbritannien müsste seine Handelsbeziehungen mit den jetzigen EU-Partnern neu verhandeln. Auch die Rahmensetzungen für Geschäfte mit Ländern außerhalb der EU, womöglich auch die Position innerhalb der Welthandelsorganisation WTO bedürften einer Überarbeitung. Der in Großbritannien besonders wichtige Finanzsektor könnte unter Druck kommen.

„Ich sehe keinerlei Vorteile, die das bringen würde“, sagt der Brite Roderick Abott, ehemals einer der Top-Leute in der WTO und auch der EU-Handelsbehörde. Ob die EU im Falle eines Austritts noch bereit wäre, Großbritannien in den Genuss der Handelsvorteile eines einheitlichen EU-Binnenmarktes kommen zu lassen, wäre fraglich. „Wenn man sagt, wir wollen die Tür zu euch zuschlagen und nicht mehr in euer Budget einzahlen, kann man dann fordern: ermöglicht uns freien Handel, und zwar ohne Gegenleistung?“ Möglich sei zwar alles, aber sicher sei nichts, so Abott.

Großbritannien würde wahrscheinlich im Handel schlechter gestellt werden. Denn die EU erhebt auf Waren aus Ländern außerhalb des eigenen Binnenmarktes Importzölle - die würden dann auch britische Exporteure treffen. Diese Zölle beliefen sich im Jahr 2011 im Güterverkehr auf durchschnittlich 5,3 Prozent, im Agrarbereich sogar auf 13,9 Prozent. Über die Hälfte der britischen Waren-Exporte und ein Drittel der Dienstleistungen wie etwa Finanzgeschäfte gingen 2011 in die Union - mit einem Volumen von umgerechnet 356 Milliarden Euro.

Würde es Großbritannien nicht schaffen, einen vorteilhaften Deal mit der EU auszuhandeln, wäre die Insel noch schlechter gestellt als Konkurrenten wie Norwegen, die Schweiz, Südafrika oder Südkorea. Diese profitieren nämlich immerhin von Sonderregelungen mit der EU. Der Vorteil dadurch: Importzölle auf beiden Seiten werden nach und nach abgebaut. Scheiden die Briten aus der Union aus, profitierten sie nicht mehr davon.

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  • Ein Referendum ist in Demokratien immer richtig.Die Schweiz ist das beste Beispiel hierfür.Die Regierungen können dann eben nicht machen was sie wollen.Das ist mit Sicherheit der Grund weshalb in Deutschland dies bis heute nicht in die "Verfassung" Grundgesetz genommen wurde.Nachdem in der EU Brüssel immer mehr verlangt,wie Barroso heute wieder belegt,macht Cameron nichts falsch dieses Referendum anzukündigen.Ein Handelsabkommen mit der EU kann immer getroffen werden.Jeder EU Gipfel ist ein Katzenjammer,so auch morgen wieder.

  • @RumpelstilzchenA: Die meisten dürften den Betrug schon damals gemerkt haben: Preise bleiben gleich, Einkommen halbiert sich = 50%-ige Währungsreform.

    Beschwert hatte sich wie immer NIEMAND.


  • Bei einer Rückkehr von Euro zur DM würde das "ganz" deutsche Volk den Euro-Betrug sofort erkennen. Der Rücktausch würde nicht 1 : 2, sondern 1 : 1 aber höchstwahrscheinlich 2 : 1 erfolgen.

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