EU-Beitritt fest beschlossen
Erdogan: Türkei kennt nur ein Ziel

Der türkische Mnisterpräsident Tayyip Erdogan ist der Ansicht, dass Europa "kein christlicher Club" ist. Vielmehr handele es sich um eine politische Wertgemeinschaft - und die Türkei gehöre dazu.

HB BERLIN. Der türkische Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan lässt keinen Zweifel aufkommen: Die Türkei habe sich „den westlichen Werte verschrieben“, erklärte er am Mittwoch in Berlin bei einem Vortrag bei der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung. 75 % der türkischen Bevölkerung unterstützten einen EU-Beitritt des Landes, sagte Erdogan.

Zum Ziel seiner Politik sagte Erdogan: „Wir wollen die Demokratie in unserem Land auf das höchste Niveau bringen.“ Beim Thema Folter sei seine Regierung „für eine vollständige Unterbindung und für null Toleranz“. Erdogan wollte noch am Mittwoch als erster türkischer Regierungschef im Ausland mit Menschenrechtsorganisationen sprechen.

Er wies mit Nachdruck die Zweifel an einer kulturellen Zugehörigkeit der Türkei zu Europa zurück, wie sie vor allem von der CDU/CSU als Argument gegen einen EU-Beitritt geäußert werden. Erdogan bezeichnete dies als „logischen Widerspruch“. Europa habe nie unveränderliche Grenzen gehabt. Europa sei „kein christlicher Club“, sondern eine „politische Wertegemeinschaft“, sagte der Regierungschef.

Nach Ansicht von Erdogan würde ein EU-Beitritt der Türkei zu „einem Modell für die moslemische Welt“ werden. Eine Ausgrenzung der Türkei würde dagegen eine neue Spaltung in Europa auslösen. Erdogan wollte vor dem Abschluss seiner dreitägigen Berlin-Visite auch mit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel sprechen.

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