EU-Beitritt

"Kroatien muss noch viele Schritte gehen"

Kurz vor dem Beitritt Kroatiens zur EU sieht Kanzlerin Angela Merkel noch viel Reformarbeit, die das Land leisten müsse. Derzeit ist man in Deutschland aber aus einem anderen Grund nicht gut auf Kroatien zu sprechen.
Update: 29.06.2013 - 14:04 Uhr 24 Kommentare
Historische Küstenstadt Split: Kroatien ist bei Urlaubern beliebt. Doch im Land hapert es noch mit Reformen, meint die deutsche Kanzlerin Merkel. Quelle: dpa

Historische Küstenstadt Split: Kroatien ist bei Urlaubern beliebt. Doch im Land hapert es noch mit Reformen, meint die deutsche Kanzlerin Merkel.

(Foto: dpa)

BerlinKroatien wird an diesem Montag das 28. Mitglied der Europäischen Union (EU). Am Sonntag um Mitternacht werden die Zollschranken und Grenzkontrollen zu den Nachbarländern gelockert. Das Adrialand wird damit das zweite EU-Mitgliedsland aus dem ehemaligen Jugoslawien – nach Slowenien, das 2004 beitrat. Mit einer Festsitzung im Parlament hat die kroatische Staats- und Regierungsspitze den Beitritt ihres Landes zur EU begrüßt. Rund 350 Vertreter aus Politik, Gesellschaft und Religionsgemeinschaften nahmen an der Sondersitzung am Samstag in Zagreb teil. „Mit dem Beitritt wurde ein Generationenziel erreicht, das eine Wende in der Entwicklung Kroatiens bedeutet“, sagte Staatspräsident Ivo Josipovic: „Das war unser nationales Ziel, in dem sich alle Parteien einig waren“.

„Jetzt gibt es keine Ausflüchte mehr“, sagte Regierungschef Zoran Milanovic: „Unser Erfolg liegt jetzt einzig in unseren Händen“. Sein Land werde in Zukunft nicht mit Hochmut auf die Balkanländer herabschauen, die noch nicht in der EU seien, versprach Milanovic. Vielmehr wolle sich die frühere jugoslawische Republik zum Anwalt auch der Nachbarländer machen, die ebenso in die EU streben.

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert Kroatien zu weiteren Reformen auf. Quelle: Reuters

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert Kroatien zu weiteren Reformen auf.

(Foto: Reuters)

Im Kampf gegen die Korruption und für Rechtssicherheit seien indes noch viele weitere Schritte zu gehen, erklärte die Kanzlerin am Samstag in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft. Zudem müsse Kroatien seine Wirtschaft und den Arbeitsmarkt weiter reformieren. Dies gelte aber nicht nur für das neue Mitgliedsland, sondern "für uns alle", sagte Merkel.

Ursprünglich hatte Merkel am Sonntag zur Feier des EU-Beitritts nach Kroatien reisen wollen. Sie sagte die Visite nach Angaben der kroatischen Regierung jedoch wegen anderweitiger Verpflichtungen ab. In Medienberichten wurde dagegen als Grund der Unmut Deutschlands darüber genannt, dass Kroatien den langgesuchten, ehemaligen Geheimdienstchef Josip Perkovic nicht an Deutschland ausliefern wolle. Er wird im Zusammenhang mit der Ermordung des Exilkroaten Stjepan Durekovic 1983 in Bayern vom Bundeskriminalamt per internationalem Haftbefehl gesucht. Ein Sprecher Merkels erklärte, dies sei nicht der Grund für die Absage.

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24 Kommentare zu "EU-Beitritt: "Kroatien muss noch viele Schritte gehen""

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  • Zu 1:
    Ein Land (Deutschland), das vor wenigen Tagen zum achten Mal ein Antikooruptionsgesetz abgelehnt hat, sollte, was das betrifft, erst mal gewaltig vor der eigenen Tür kehren.
    Zu 2:
    Wenn die Kriterien die Kroatien erfüllen musste, auch andere Länder hätten erfüllen müssen, würde die EU aus noch nicht einmal 10 Staaten bestehen.
    Zu 3:
    Es sollten sich alle Kritiker fragen, wie Deutschland 1965 (20 Jahre nach dem Krieg) ausgesehen hat. So ist es in Kroatien auch. Ein Land im Aufbau begriffen.

    Was die "Kriegsverbrecher" betrifft... Immer darauf achten, wenn man mit einem Finger auf andere zeigt, weisen drei auf einen zurück!

  • Kroatien muss dies, Kroatien muss das...jaja..
    ABER... Was ist mit den ganzen Nazi-Verbrechern passiert?! Ja, genau die, die in Argentinien, Amerika, Brazilien usw. "untergetaucht" sind? Als ob Deutschland nicht gewusst hat wo die sind... Kramt lieber in eurer Vergangenheit als in der anderer...

    Ach ja,... Und wir armen Steuerzahler,... Müssen nun wieder Geld schicken... Aber keinem fällt ein, dass wir von den Milliarden eh nix sehn, weil wir anstatt die kohle in unseren Bahnhof zu stecken z.B.(Stuttgart21) , so doof sind, und die kohle durch Blockaden und dadurch resultierenden Verzögerungen eh in den Sand setzen... Nach dem Motto, "wir wollen keinen neuen Bahnhof...wir wollen sparen! Um dann durch die "erneuerbare Energie" Politik durch steigende Strompreise erneut weniger netto in der Tasche zu haben?! Oh man ihr armen Trittbrettfahrer... Hauptsache "die armen Länder bekommen unser Geld".

  • Haben Sie den Krieg erlebt, waren Sie Zeitzeuge oder gar Opfer? Ich nehme an NEIN, also was spricht für Sie das Sie über andere Menschen urteilen wenn Sie es nicht kennen gar erlebt haben! Erst einmal nachdenken bevor man hier irgendwelche vaagen Behauptungen aufstellt. Sollche Leuten haben wir gern!!!!!

  • Die kroatischen Kriegsverbrecher wurden alle freigesprochen.
    Ich glaube, die werden sich bei ihren Berufskollegen in Brüssel alle wohlfühlen.

  • an alle Kritiker hier: nicht meckern und lamentieren sondern in September die Partei wählen, die mit den Zahlungen an die hochverschuldeten und reformunwilligen EURO-Staaten endlich Schluss machen will und das ist die neue Partei 'Alternative für Deutschland'(AfD!!); nochmal: nicht meckern und lamentieren, sondern Konsequenzen ziehen und die AfD wählen

  • Schlimmer geht's nimmer:

    "Im Kampf gegen die Korruption und für Rechtssicherheit seien indes noch viele weitere Schritte zu gehen."

    Das aus dem Munde der CDU-Vorsitzenden, deren Partei gemeinsam mit der F.D.P. gerade erst zwei Tage zuvor im Bundestag erneut die Ratifizierung der UN-Antikorruptionskonvention verhindert hat.
    Da hätte es ja auch die Abgeordneten ihrer eigenen Partei getroffen, doch wenn's um Korruption in Kroatien geht, ist das bei dieser prinzipienlosen Doppelmoralistin natürlich etwas ganz Anderes.

    Himmel, wann nur wacht die deutsche Wählerschaft auf und erkennt, von wem sie regiert wird? Notwendig wäre dazu allerdings eine Presse-/Medienlandschaft, die ihren Informationsauftrag ernst nähme und ihn tatsächlich erfüllte, indem sie Zusammenhänge und Widersprüche deutlich macht.

  • Kroatien muß noch viele Schritte gehen - Schwachsinn! Klartext wäre: Deutschland muß noch viel mehr zahlen!

  • der nächste Pleite Kandidat drängt an die Fleischtöpfe der EU, die mehrheitlich von den Deutschen gesponsert werden. Über den EU-Wahnsinn in allen seinen Formen und Ausprägungen (auch Türkeibeitritt) ist am 22. Sept. abzustimmen.

  • "Wieder neue Banken, die die deutschen Steuerzahler retten sollen!"
    Genau so ist es, G.N.
    Wie sagte doch Genossin Lagarde so treffend zynisch: "Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit muss mit allen Mitteln verringert werden".
    Und die deutschen Volkszertreter gehorchen auf's Wort - siehe Abstimmung am 13.06. im Bundestag, da wurde noch die Bankenrettung über den eigentlichen ESM hinaus in diesen integriert, frei nach dem Motto "auf ein Billiönchen mehr oder weniger kommt's jetzt auch nicht mehr an - ist doch ohnehin alles anderer Leute Geld".
    Und bei solchen Sauereien sollen wir Stimmvieh alternativlos zuschauen - doch wohl sicher nicht !
    ALLE (!) meine Bekannten, Freunde und ich freuen uns auf den 22.09 !

  • "Wir wollen der Euro-Zone so schnell wie möglich beitreten", sagte der kroatische Notenbankchef. Die Vorteile des Euro lägen für Kroatien darin, dass die Zinsen sinken und die Planungssicherheit für Investoren steigen würden."

    Darum und um nichts anderes geht es.
    Wieder neue Banken, die die deutschen Steuerzahler retten sollen!

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