EU-Beitritt
Türkischer Außenminister attackiert Merkel

Der türkische Außenminister Abdullah Gül hat Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel wegen ihrer Ablehnung einer vollen EU-Mitgliedschaft der Türkei scharf kritisiert. Das Verhalten der Union sei "illegitim und unmoralisch".

HB ANKARA. Gül sagte der englischsprachigen Zeitung „Turkish Daily News“, der CDU-Vorschlag einer privilegierten Partnerschaft sei seiner Ansicht nach illegitim und unmoralisch. „Das macht unsere gemeinsamen Anstrengungen eines halben Jahrhunderts zunichte“, sagte er. Die Türkei würde nur eine Vollmitgliedschaft akzeptieren. Gül warnte, die Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei könnten künftig belastet werden.

Die Verhandlungen zwischen der Europäischen Union (EU) und der Türkei über einen Beitritt des moslemischen Landes sollen am 3. Oktober beginnen. Merkel hatte jüngst in einem Brief an die konservativen Regierungschefs Europas ihre Ablehnung einer Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU erneuert. Eine Aufnahme der Türkei würde die EU politisch, wirtschaftlich und sozial überfordern.

Gül bekräftigte in dem Interview, die Türkei sei bereit, die international anerkannte Regierung Zyperns zu akzeptieren. Voraussetzung dafür sei aber ein Friedensabkommen für den Inselstaat. Zypern ist seit 1974 in einen griechischen und einen international nicht anerkannten türkischen Teil gespalten. Die Türkei weigert sich, die griechischstämmige Regierung anzuerkennen.

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