EU-Beitritte
Barroso für Aufnahme aller Balkan-Staaten

Nachdem am Dienstag der Beschluss zur Wiederaufnahme der Beitrittsgespräche mit der Türkei gefasst wurde, denkt EU-Kommissionspräsident Barroso bereits über Nachfolger nach.
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BerlinEU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat sich für die Aufnahme aller Balkan-Länder in die EU ausgesprochen. „Langfristig werden wir die Balkan-Länder aufnehmen, wenn sie die Voraussetzungen und Kriterien erfüllen“, sagte Barroso der „Bild“-Zeitung. Es dürfe nicht vergessen werden, dass viele der Balkan-Länder noch vor wenigen Jahren Krieg gegeneinander geführt hätten. „Der EU-Betritt gibt ihnen eine Perspektive und ist ein wichtiger Hebel zu Befriedung der Region.“

Auch der Türkei müssten die Türen für einen EU-Beitritt offen stehen, sagte Barroso. Sie sei „ein großes, wirtschaftlich und geopolitisch wichtiges Land“, dessen Reformprozess im EU-Interesse sei. Allerdings sei klar, dass eine Aufnahme nur dann möglich sei, „wenn die Türkei alle Voraussetzungen erfüllt“. „Letzten Endes müssen alle Mitgliedstaaten zustimmen. Das wird wohl noch einige Zeit dauern.“

Die EU-Staaten hatten am Dienstag erstmals seit drei Jahren für die Eröffnung eines weiteren Kapitels in den Beitrittsverhandlungen mit der Türkei gestimmt. Die 2005 begonnenen Gespräche verlaufen schleppend, zuletzt hatte es wegen der massiven Polizeigewalt gegen Demonstranten im Sommer Skepsis gegeben, ob die Türkei die EU-Standards erfüllen kann.

Kroatien ist das jüngste EU-Mitglied unter den Balkan-Staaten, das Land wurde am 1. Juli dieses Jahres aufgenommen. Serbien ist seit März 2012 Beitrittskandidat, wartet aber noch auf den Beginn der Verhandlungen. Knackpunkt ist der Konflikt zwischen Serbien und dem Kosovo.

Mit Montenegro wurden Beitrittsverhandlungen begonnen, bis zu einem Beitritt können aber noch Jahre vergehen. Mit Mazedonien, das seit 2005 den Kandidatenstatus hat, wurden wegen des Namensstreits mit Griechenland noch keine Gespräche begonnen. Das Kosovo sowie Bosnien-Herzegowina und Albanien gelten als mögliche Beitrittskandidaten.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Juhhuuu Lebensraum im Osten - das gabs doch schonmal!

  • Muss eine wunderbare Vorstellung der Bosse sein: soviele Menschen auf Arbeitssuche, so viel "manövrierbares Material", herrliche Möglichkeit die Löhne zu drücken. Gleichzeitig so herrlich viele Grundbedürfnissen, so dass die Preise für wohnen, Energie auf hohem Niveau bleiben kann.
    Herr Barroso, wie wärs denn mit Aufnahme von Afrika in die EU? Ein wunderbarer Kontinent mit herrlich vielen ganz billigen Arbeitskräften. Und die Dramen im Mittelmeer gibt es dann auch nicht mehr.
    Achja: die Rechnung präsentieren Sie bitte alleine Deutschland, immerhin hatten wir dereinst einmal den Krieg verloren oder wenn dies nicht mehr zieht, ist halt dann Deutschland Hauptprofiteur. Egal, findet sich schon ein Grund.

  • Die dekadenten Euroländer Deutschland,Frankreich,Holland,
    Östereich die in der EU die Hauptlast von Zuwanderungen bewältigen, sollten die Rufe von Barroso abwehren. Aber gerade Deutschland ist immer vorneweg wenn es um Neuaufnahme von Südländern geht. Das Kosovo wird immer Brennpunkt bleiben und wenn Serbien und Albaner in der EU sind und im Schengenraum, werden Serben versuchen ihr Land durch besiedeln wieder zurück zu holen. Deutschland
    das Schuld ist an Jugoslawien und an den Hasserfüllten Krieg, hätte sich bei Anerkennung des Kosovo zurück halten sollen, nachdem Schröder,Fischer und Busch Serbien überfallen hatten. Aber die Kriegslust stirbt nicht aus. Mit der Aufnahme von Balkanländern und der Türke, haben wir dann insgesamt 100 Millionen Muslime in der EU. Das kann und war niemals das Ziel einer EU. Östereich und Deutschland fallen als erstes den Muslimen zum Opfer. Heute 8 Millionen Muslime in Deutschland mit ständigen Zuzug und Geburten, Morgen nach Beitritten 15 -20 Millionen Muslime. Heute 4000 tausend Moscheen in Deutschland Morgen 30 000 Tausend Moscheen. Kein Land der Erde lässt es zu seine Wurzeln zu verkaufen. Nur Deutschland hat die passenden Politiker dazu. Aber abwarten.!

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