EU-Botschafter beraten über Gegenerklärung
Erdogan übt scharfe Kritik an der EU

Die EU-Staaten sind vom türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in ungewöhnlich scharfer Form für ihr Vorgehen bei der Zypern-Frage und der Eröffnung von Beitrittsverhandlungen mit Ankara kritisiert worden. Die EU müsse selbst den Preis für die Aufnahme der geteilten Insel Zypern bezahlen, sagte Erdogan in New York.

HB NEW YORK. In ungewöhnlich scharfer Form hat der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan die EU-Staaten für ihr Vorgehen bei der Zypern-Frage und der Eröffnung von Beitrittsverhandlungen mit Ankara kritisiert. “Das entspricht nicht dem internationalen Diplomatie-Verhalten“, sagte Erdogan Mittwoch in New York, wie der türkische Nachrichtensender NTV berichtet. Es sei eine „hässliche Sache“ immer noch darüber zu diskutieren, ob die Verhandlungen mit der Türkei beginnen sollten oder nicht.

Die EU müsse selbst den Preis für die Aufnahme der geteilten Insel Zypern bezahlen und dürfe diesen nicht von der Türkei verlangen, führte Erdogan im Vorfeld des Uno-Gipfel in New York aus. „Wenn ihr euch so schlecht gegenüber der Türkei verhalten wollt, warum habt ihr dann die Zusage gemacht, unverzüglich mit den Verhandlungen zu beginnen, sobald die Kopenhagener Kriterien erfüllt sind“, sagte der Ministerpräsident.

Die EU-Botschafter wollen am Mittwoch erneut über die Gegenerklärung im Streit um die Nicht-Anerkennung Zyperns durch die Türkei beraten. Dabei sucht die britische Präsidentschaft nach einem Kompromiss, um vor allem Frankreich, Griechenland und Zypern zufriedenzustellen. In dem britischen Entwurf soll von der Türkei gefordert werden, ihre Beziehungen mit allen EU-Ländern, insbesondere Zypern, so schnell wie möglich zu normalisieren, berichtet NTV.

Außerdem soll der EU-Ministerrat 2006 prüfen, ob die Türkei die Zollunion richtig anwendet und allen ihren Verpflichtungen nachkommt. Die EU erwartet, dass die Türkei die Hindernisse des freien Warenverkehrs beseitigt und ihre Häfen für alle Mitgliedstaaten der Union öffnet. Die von den Inselgriechen geführte Republik Zypern wird von der Türkei nicht anerkannt. Zyprische Schiffe und Flugzeuge können daher nicht an türkischen Häfen anlegen bzw landen. Die Einfuhr zyprischer Waren ist zwar frei, muss aber mit Schiffen unter einer anderen Flagge als der zyprischen erfolgen.

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