EU-China-Gipfel Selbstbewusstes China fordert Anerkennung

Bei seinem Brüssel-Besuch verlangt Chinas Ministerpräsident Wen Jiabao die Anerkennung seines Landes als echte Marktwirtschaft – und eine Pressekonferenz mit möglichst wenigen unliebsamen Fragestellern.
2 Kommentare
Wen Jiabao (li) mit Herman van Rompuy und José Manuel Barroso (re.) bei ihrem Treffen in Brüssel. Quelle: dpa

Wen Jiabao (li) mit Herman van Rompuy und José Manuel Barroso (re.) bei ihrem Treffen in Brüssel.

(Foto: dpa)

BrüsselDer chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao verlangt die Rücknahme des EU-Waffenembargos gegen sein Land und die Anerkennung als echte Marktwirtschaft. Gegen Ende seiner Auftaktrede beim 15. EU-China-Gipfel sagte er am Donnerstag: „Zu guter Letzt muss ich sehr offen sagen: Was das Waffenembargo gegen China angeht und die volle Anerkennung Chinas als Marktwirtschaft, haben wir zehn Jahre hart gearbeitet, aber eine Lösung ist schwer zu greifen.“ Als Vertreter Pekings bedauere er dies zutiefst und hoffe auf mehr Entgegenkommen. Nach diesen Worten blendete die Übertragung des europäischen TV-Informationsdienstes EbS abrupt mitten im Satz aus.

EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und Kommissionschef José Manuel Barroso trafen Donnerstagmorgen im Brüsseler Palais d'Egmont mit Wen zusammen, um über die Schuldenkrise und internationale Konflikte wie den Bürgerkrieg in Syrien zu sprechen. Überschattet wird der Gipfel vom Streit zwischen China und Japan über eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer. Man sei extrem besorgt über die Situation, hieß es vorab in EU-Diplomatenkreisen.

Rompuy verwies zu Beginn des Gipfels auf den florierenden Handel zwischen der EU und China, dessen Volumen sich im vergangenen Jahrzehnt mehr als vervierfacht habe. Barroso attestierte der boomenden Exportnation, während dieser Zeit eine beispiellose Erfolgsgeschichte hingelegt zu haben.

Wichtige politische Fortschritte werden von dem Gipfel nicht erwartet. Am Rande sollen aber mehrere Abkommen unterzeichnet werden, insbesondere eine neue Innovationspartnerschaft.

Die geplante Abschlusspressekonferenz wurde indes abgesagt, weil die chinesische Seite nur 15 europäische Korrespondenten zulassen wollte. Der Internationale Journalistenverband API sieht darin den Versuch, unliebsame Fragesteller auszuschließen, und wollte die Bedingungen nicht akzeptieren. Daraufhin ließen Barroso und Rompuy die geplante Pressekonferenz platzen.

Geschäfte machen in China: unberechenbar

  • dapd
Startseite

Mehr zu: EU-China-Gipfel - Selbstbewusste Chinesen stellen Forderungen

2 Kommentare zu "EU-China-Gipfel: Selbstbewusste Chinesen stellen Forderungen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Die Chinesen haben bals soviel wirtschaftliche Macht,daß sie auch die Abschaffung der Demokratie im Westen fordern können und werden!

  • "Die geplante Abschlusspressekonferenz wurde indes abgesagt, weil die chinesische Seite nur 15 europäische Korrespondenten zulassen wollte."

    Tja, haben diese Vertreter Merkel wohl auch nicht richtig verstanden, Dialog meine Herren und schon kann es besser gehen. Das ist nicht nur beim Waffenhandel so, auch bei Solar und vor allem bei der Bekämpfung von Korruption und Marken- und Patentklau, und damit verbunden Schwarzgeld und Geldwäsche ohne Ende - weltweit.

    "China und EU handeln jeden Tag für mehr als eine Milliarde Euro"
    Da hat man vergessen das Wort "legal" einzufügen, illegaler Handel darf da ruhig um einige Millarden erhöht werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%