EU-Diplomat warnt
Verzögerung bei Griechenland-Rettung möglich

Athen wird im nächsten Jahr nicht ohne neue Hilfe auskommen. Doch im Detail hakt es zwischen den internationalen Geldgebern und Griechenland. Ein EU-Diplomat warnt: Die Entscheidungen verzögern sich bis ins neue Jahr.
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BrüsselGriechenland bleibt nach Angaben eines EU-Diplomaten bei der Sanierung seiner Finanzen weit hinter den Erwartungen zurück. Eine Entscheidung über weitere Unterstützung der internationalen Partner könnte daher erst im neuen Jahr fallen. „Der Fortschritt ist langsam. Es gibt keine Bewegung“, sagte der Diplomat am Dienstag in Brüssel. Unterdessen versucht die griechische Regierung, mit den Einnahmen aus neuen Geldmarkt-Papieren einen Teil der Lücke im Haushalt kurzfristig zu stopfen.

Die Finanzminister der Euroländer werden an diesem Donnerstag bei ihrem Treffen in Brüssel auch über die Lage in dem Krisenland beraten. Wahrscheinlich könnten sie in diesem Jahr keine Entscheidung mehr treffen, hieß es. „Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich die Voraussetzungen dafür nicht gegeben“, sagte der EU-Diplomat. „Die Signale, die ausgesendet werden, sind nicht gut.“

Athen ist nach Angaben aus Brüsseler EU-Kreisen weit davon entfernt, mit den internationalen Geldgebern - der sogenannten Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds - eine Lösung für den finanziellen Engpass im nächsten Jahr zu finden. Die griechische Regierung selbst schätzt die Lücke im Haushalt 2014 auf rund auf 500 Millionen Euro, die Troika soll dagegen vom Dreifachen dieses Betrags ausgehen.

Griechische Korrespondenten berichteten aus Brüssel, ein EU-Diplomat habe gesagt, die Entscheidung werde wohl erst nach dem Ski-Urlaub fallen. Griechenland und die Geldgeber trennten Meilen und Milliarden, soll der EU-Diplomat demnach hinzugefügt haben. In Athen wurde dies im Finanzministerium und den Medien als Geschmacklosigkeit gewertet. Der griechische Finanzminister Ioannis Stournaras unterbrach am Dienstagabend für kurze Zeit ein Treffen mit der Troika, um darauf zu reagieren. „Wer diese Erklärung abgegeben hat, soll den Mut haben es offen (mit seinem Namen) zu sagen“, erklärte Stournaras Reportern vor Ort. Aus Kreisen des Finanzministeriums hieß es, solche Aussagen seien nicht im Einklang mit dem Klima der Kooperation, das in den Verhandlungen herrsche.

Griechenland stand am Beginn der schweren Euro-Schuldenkrise - und hat bereits zwei Hilfspakete im Volumen von 240 Milliarden Euro zugesagt bekommen. Das wird aber voraussichtlich noch nicht reichen. 2014 soll über ein weiteres Paket gesprochen werden. Wie dieses aussehen könnte, darüber halten sich die Geldgeber offiziell bedeckt.

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Kein Ergebnis in Athen

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  • PAPPERLAPAPP - GRIECHENLAND IST PLEITE!

    Es wird nicht die erste und vor allem nicht die letzte Staatspleite Griechenlands sein. Und vor allem solle man sich über Ziel und Zweck des seinerzeitigen Beitritts dieses Landes und den damit beabsichtigten Zielen keiner Illusion hingeben. Jedenfalls nicht als deutscher Staatsbürger.
    Es könnte allerdings sein, dass dieser anlässlich derzeitiger Koalitionsverhandlungen schon einen Vorgeschmack verspürt, auf das, was eine neue deutsche Bundesregierung für die "EU" abzuwägen gedenkt.
    In Verantwortung meinen Kindern und meiner Enkel gegenüber wähle ich im Mai 2014 die AfD.

  • Waaas??? Das hätte ich ja nie und nimmer gedacht, dass Griechenland wieder Hilfe braucht. Eine echte Sensation!!!

    Aber mal im Ernst: Über 95% der Wähler haben nicht AfD gewählt und wollen ergo zahlen. Jetzt sollen sie das bitte auch tun.

  • Zu dem Artikel fällt mir nur eines ein: Tusch, Narhallamarsch !!

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