EU einigt sich

Ein Trio holt den Friedensnobelpreis ab

Fünf Tage hat es nach der Bekanntgabe der Verleihung des Friedensnobelpreises an die Europäische Union gedauert, bis die Empfänger der Auszeichnung feststehen. Es wird ein Trio nach Oslo reisen – ein Deutscher ist dabei.
Update: 17.10.2012 - 20:06 Uhr 30 Kommentare
EU-Kommissionspräsident Barroso (Mitte), Ratspräsident Van Rompuy (links) und Parlamentspräsident Schulz. Quelle: AFP

EU-Kommissionspräsident Barroso (Mitte), Ratspräsident Van Rompuy (links) und Parlamentspräsident Schulz.

(Foto: AFP)

BrüsselEs wurde gespottet, dass sich ein handfester Konflikt ausgerechnet an der Frage entspinnen könnte, wer für die geehrte „Europäische Union“ den Friedensnobelpreis annehmen könnte. Ganz so heftig kam es dann doch nicht, die europäischen Spitzenpolitiker haben eine Einigung erzielt.

Den Friedensnobelpreis für die EU werden die Spitzen ihrer drei Institutionen gemeinsam entgegennehmen. Kommissionspräsident José Manuel Barroso, Ratspräsident Herman Van Rompuy und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz werden dazu zur Preisverleihung im Dezember nach Oslo reisen. „Wir fahren zusammen hin und wir nehmen den Preis zusammen entgegen“, sagte Schulz am Mittwoch in Paris.

Ungeklärt blieb weiter, wer für die Europäische Union die Rede bei der Übergabe der Auszeichnung halten wird. "Ich weiß es nicht", sagte Schulz. „Für mich ist es auch nicht sehr wichtig, wer redet. Das Symbol ist, dass die drei Institutionen da sind.“ Es werde aber eine „würdige und gerechte Lösung“ gefunden, sagte Schulz, der zugleich betonte, es habe „keine Debatte und keine Kontroverse“ bei der Frage gegeben, wer den Preis entgegennehme.

Auch die Verwendung des Preisgeldes von umgerechnet rund einer Million Euro ist noch ungeklärt. Es dürfte wohl wohltätigen Zwecken zugutekommen. Schulz hatte sich schon am Montag in einem Reuters-Interview dafür ausgesprochen, dass die Spitzen der drei Institutionen den Preis entgegennehmen sollten.

Das norwegische Nobelpreis-Komitee hatte am Freitag mitgeteilt, dass der diesjährige Preis an die EU verliehen wird. Damit werde die Jahrzehnte währende Rolle der EU als Stifterin von Frieden und Versöhnung, von Demokratie und Menschenrechten in Europa gewürdigt, hieß es in der Begründung. Überreicht wird der Friedens-Nobelpreis am Todestag seines Stifters Alfred Nobel, dem 10. Dezember, in Oslo.

  • rtr
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30 Kommentare zu "EU einigt sich: Ein Trio holt den Friedensnobelpreis ab"

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  • Die EU bekommt den Friedensnobelpreis.Es ist nicht der erste grosse Fehler von dem norwegischen politischen Komitee.Europa hat in den letzten 20 Jahren mit seinen Kriegen ein unendliches Leid gebracht in viele Laender.Irak,Afganistan,Libien,Syrien,Libanon,Somalien,Pakistan,Jemen,usw.Minimal 8 mio Opfer an Toten,Verwundeten,Invaliden,Gefolterten,Liquidierungen,Fluechtlingen.Weil diese Kriege ausschliesslich von Soldaten aus christlichen Laendern ausgetragen wurden in Islamlaender,wurden schon mehr als 1 mio Christen aus allen Muslimlaendern verjagt.Neulich berichtet Irak von vielen Missgeburten durch Einsatz von toxischer Munition.
    Dieses Ereignis ein Aprilscherz zu nennen ist viel zu milde ausgedruckt.Dann hat Europa mit seinen Subventionen fuer Bio-Oel schon mehr als 250 mio Menschen weltweit in den Hunger getrieben.Wenn man die Nachrichten liest,Militairaktion in Mali,Sanktionen hier,Sanktionen dort,dann kommt man zum Schluss Europa hat noch nichts gelernnt

  • Fast beschwörend haben die "Committee members" die EU also ausgezeichnet, da sich schwerste Konflikte und Risse abzeichnen:
    nobelpeaceprize.org/en_GB/nomination_committee/members/
    Ohne jeglichen Verweis auf das Monstrum €Uro-Zone, dessen Hybris Europa zum Verhängnis werden wird, wie in jeder antiken Tragödie. Dieser Preis für den vermeindlichen Frieden ist blanker Hohn angesichts der Probleme und Verwicklungen, die sich längst abzeichnen!

  • Eine Farce für völlig verblödete Gesellschaftsschichten

    Hier einige wirklich sinnvolle Gedanken eines unbekannten Autors:

    Plädoyer für Deutsche Unabhängigkeit, Gegen "Vereinigte Staaten von Europa"

    http://www.youtube.com/watch?v=6AQz_UADero&feature=related

  • Sehr schön !! 1:1 mit meiner Meinung.

  • Ich möchte zu diesem Anlass die schweizerische Wochenzeitschrift Die Weltwoche zitieren:
    Wenn sich im Jahr 2012 zwei Spitzenvertreter des «Friedensprojekts Europa» treffen, sieht das konkret so aus: Beim Besuch der deutschen Kanzlerin Angela Merkel bei ihrem Amtskollegen Antonis Samaras in Athen wurden über 7000 Polizisten aufgeboten; es soll sich um das grösste Aufgebot in der griechischen Geschichte gehandelt haben. Die Schlagzeilen dazu lauteten (kleine Auswahl): «Randale in Athen», «Proteste gegen Merkel eskalieren», «Wütender Mob geht auf Polizisten los», «Beamte setzen Tränengas ein». Die Regie bei diesem «Friedensprojekt» führt offensichtlich längst der kriegerische Ares.

  • Nein, aber fast nur noch.

    In den Foren hat sich eine (weitgehend rechtspopulistische) Unkultur des Pöbelns und der Beleidigung Andersdenkender breit gemacht. Wenn es diese Menschen befriedigt, soll es mir Recht sein. Diese Foristen schaden ja niemanden, müssen aber nicht annehmen, ernst genommen zu werden.

    Wer sich etwas mit der Geschichte auskennt und den schwierigen Prozess bis zum Entstehen eines friedlichen Europas über die Jahrhunderte kennt, weiß, dass wir Europäer den Friedensnobelbreis redlich verdient haben. Vielen Dank dafür.

  • Nächstes Jahr bekommt die Atombombe den Friedensnobelpreis. Denn da wo die einschlägt ist erstmal Frieden auf Erden. LOL

  • Es gibt wohl tatsächlich niemand friedlicheres auf der Welt als diese drei Vertreter, würdige Vertreter des Dreigestirns von Kölle.

    Die Zeit kommt ja bald und deshalb passt diese Auszeichnung auch ganz gut.

  • Es dürfte fraglich sein, ob die Preisverleihung an die EU im Sinne Alfred Nobels stattfindet. Meines Erachtens dürfte keine politische Institution und auch kein Politiker diesen Preis erhalten, denn von dieser Seite muss man eigentlich erwarten, dass sie sich dem Frieden verschrieben hat. Tatsächlich ist es doch aber so, dass der Unfrieden in der Welt von der Politikerkaste ausgeht. Die wahren Friedensstifter jedoch sind Menschen unterschiedlicher Völker, die aufeinander zugehen, sich respektieren und für die Sorgen und Nöte des jeweils anderen Verständnis aufbringen.

  • Ein abgewählter Regierungschef (Rompuy), ein Alt-Maoist und Finanzmafioso (Barroso) und ein bescheidener Geist aus dem "Europaparlement": diese nicht vertrauenswürdigen Gestalten stehen für Europa. Keiner von denen würde bei der Direktwahl eines Präsidenten durch die Bevölkerung auch nur 10 % bekommen.

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