EU-Einigung
Strengere Regulierung für Hedge-Fonds

Die europäischen Finanzminister haben sich auf strengere Regeln für Hedge-Fonds geeinigt. Die Manager von Hedge-Fonds sowie privaten Beteiligungsfonds sollen demnach scharf kontrolliert werden. Sie benötigen künftig eine EU-weite Zulassung.
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rut/HB LUXEMBURG. Fondsmanager mit Sitz in EU-Staaten könnten ab 2013 einen Fonds-Pass beantragen, erklärte Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen am Dienstag nach dem Treffen der EU-Finanzminister in Luxemburg. Manager aus Nicht-EU-Staaten kämen ab 2015 an den Pass heran, der das Kernstück der Einigung ist. Dieser solle von den nationalen Aufsichtsbehörden ausgestellt werden und verschafft Zutritt zum gesamten europäischen Markt.

Bis zum Jahr 2018 werde es gleichzeitig noch eine rein nationale Zulassung geben. In Deutschland sind nach Asmussens Worten von der neuen Regel Hedgefonds und Spezialfonds mit einem verwalteten Vermögen von 720 Mrd. Euro betroffen sowie offene Immobilienfonds mit einem Volumen von 110 Mrd. Euro.

Die Bundesregierung begrüße, dass einen Einigung über die umstrittene Richtlinie über die Regulierung der Hedgefonds noch vor dem Treffen der 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G20) im November in Seoul beendet werde.

Die EU kommt mit der Regulierung von Hedgefonds dem Beschluss der G20-Länder nach, als Lehre aus der Finanzkrise alle Finanzmarktteilnehmer und -produkte Regeln zu unterwerfen. Für Hedgefonds gab es bisher zwar in Deutschland, aber nicht auf EU-Ebene Vorschriften.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier sprach nach der Einigung auf dem Ministertreffen in Luxemburg am Dienstag von einem entscheidenden Schritt zu einer lückenlosen Finanzmarktregulierung. Künftig müssen die Hedge-Fonds ihre Geschäfte besser gegen Risiken absichern.

Wer die Lizenz zum Vertrieb seiner Produkte bekommen will, muss die Anforderungen der EU-Richtlinie erfüllen, die deutlich strenger sind als in den nationalen Zulassungsverfahren. Beispielsweise müssen die Fonds ein bestimmtes Mindestkapital vorhalten und bestimmte Geschäftsdaten, etwa ihre bisher geheim gehaltenen Anlagestrategien sowie ihre Bewertungsmethoden, gegenüber Investoren und Aufsichtsbehörden offenlegen. Dazu gehört zum Beispiel der Verschuldungsgrad eines Fonds. Die Fonds werden außerdem verpflichtet, eine Depotbank einzuschalten.

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  • Den Hedge-Fonds-Managern, Herrn Asmussen und EU-Parlament sei gesagt, dass Anlagestrategien und bewertungsmethoden nicht notwendig offengelegt werden müssen, es reichte auch, die informationsfunktion der Anlagen herauszugeben, in der alles Wissen enthalten ist. Die informationsfunktion hat den Vorteil, dass so die detaillierten Portfolio-inhalte der Hedge-Fonds-Anlagen nicht bekannt würden und damit Wettbewerb weiter möglich bleibt.

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