EU-Energiepolitik: Nationale Alleingänge verschleudern Milliarden

EU-Energiepolitik
Nationale Alleingänge verschleudern Milliarden

Nationale Alleingänge in der Energiepolitik kosten die Europäische Union (EU) mehrere Billionen Euro. Energiekonzepte, wie sie die Bundesregierung plant, sind ineffizient.
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DÜSSELDORF. Dies zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung McKinsey, deren Inhalte dem Handelsblatt exklusiv vorliegen. Durch den koordinierten Ausbau von Wind- und Solarenergie sowie der Stromnetze in Europa ließen sich die Kosten drastisch reduzieren.

Der radikale Umstieg auf erneuerbaren Energien wird die EU-Staaten den Analysen von McKinsey zufolge von 2020 bis 2050 mindestens 6,6 Billionen Euro kosten. Pro Jahr müssten im Schnitt 70 bis 80 Mrd. Euro in die Stromversorgung investiert werden, damit die EU ihr Ziel erreichen kann, den Ausstoß des klimaschädlichen CO2 bis dahin – verglichen mit dem Basisjahr 1990 – um 80 Prozent zu senken.

Selbst diese gigantischen Beträge sind aber nur einzuhalten, wenn die EU den optimalen Weg einschlägt, also koordiniert vorgeht. Sollten die Mitgliedstaaten wie bisher nur ihre nationalen Interessen verfolgen, würden die Kosten um noch einmal 30 bis 35 Prozent höher liegen – oder den enormen Betrag von zwei Billionen Euro. „Durch nationale Alleingänge werden riesige Summen verschleudert“, sagt McKinsey-Berater Thomas Vahlenkamp.

Im optimalen Szenario wird grüner Strom dort produziert wo die Sonne am meisten scheint, in Südeuropa, oder sich die Windräder am besten drehen, in Küstenregionen.

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  • Schön, dass Mckinsey einen Teil meine Gedankengänge die ich hier aufschrieb aufgriff und eine Studie dazu erstellte.

  • Das sind ja glorreiche Ergebnisse von McKinsey. ich schlage passend dazu eine Studie vor, die untersucht wieviele berater sich sparenlassen, wenn alle Unternehmen uns sonstige Teilnehmer am öffentliche Leben sowieso optimal entscheiden. Diese Fragestellung entspricht etwa der Qualität der Schlußfolgerung von McKinsey-berater Thomas Vahlenkamp, alle Solaranlagen nur in Südeuropa zu planen.

  • Was für beeindruckende Zahlen und alles ja so kurz und prägnant! Tja Herr Vahlenkamp muss es ja wissen, vor allem mit dem profunden Wissen aus dem Umfeld der Elektrizitätskonzerne und dem Kohlebereich. Schon mal was von Nachhaltigkeit gehört? biomasse prima, aber was ist mit Flächeneffizienz und Potential? Das größte Potential hat Sonnenstrom, die Lernkurve ist steil und der volkswirtschaftliche Nutzen groß. Auch in Deutschland. Warum habe ich denn nur immer das Gefühl, dass die Öffentlichkeit hier verschaukelt wird?

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