EU erteilt Präsident Zardari eine Absage
Kein Freihandel für Pakistan

Die Europäische Union hat dem Wunsch Pakistans nach einem Freihandelsabkommen eine Abfuhr erteilt.

BRÜSSEL. Die Liberalisierung des Handels sei nur eine "langfristige Option", sagte Kommissionspräsident José Manuel Barroso nach dem ersten EU-Pakistan-Gipfel in Brüssel. Europa sei bereits der wichtigste Handelspartner. Gleichzeitig kündigte die Kommission neue humanitäre Hilfen in Höhe von 72 Mill. Euro an. Auf einer Geberkonferenz im April hatte sie bereits 485 Mill. Euro für die nächsten fünf Jahre zugesagt.

Die EU-Hilfe bleibt jedoch weit hinter dem Angebot von US-Präsident Barack Obama zurück. Obama will 7,5 Mrd. Dollar an Entwicklungshilfe bereitstellen. Außerdem läuft sie den Wünschen des pakistanischePräsidenten Asif Ali Zardari zuwider. Vor dem Treffen mit Barroso hatte Zardari gesagt: "Was ich brauche, ist Handel - keine Hilfe." Sein Ziel sei es, mit einem Memorandum of Understanding zurück nach Hause zu fahren. Bei einer Pressekonferenz in Brüssel wiederholte Zadari diese Aussage zwar nicht. Er betonte jedoch, sein Land strebe weiter ein Freihandelsabkommen an.

Die EU will jedoch hart bleiben. Gegen eine rasche Liberalisierung des Handels hatten sich mehrere EU-Mitgliedsstaaten ausgesprochen. Sie fürchten billige Textil-Importe aus Pakistan, die der heimischen Industrie Konkurrenz machen könnten.

Beim heute beginnenden EU-Gipfel in Brüssel wollen die 27 Staats- und Regierungschefs zwar die strategische Bedeutung Pakistans im Kampf gegen den Terror betonen. Im letzten Entwurf der Gipfelerklärung, der dem Handelsblatt vorliegt, wird der Regierung in Islamabad aber nur ein "deutlicher Ausbau der Handelsbeziehungen" angeboten.

Ob die Erklärung unverändert angenommen wird, ist offen. Frankreich zeigte sich irritiert darüber, dass es zum ersten EU-Pakistan-Gipfel nicht eingeladen wurde. In einem Interview mit der Tageszeitung "Le Monde" sagte der französische Pakistan-Beauftragte Pierre Lellouche, es sei "unglaublich", dass Ländern wie Frankreich, die Niederlande und Großbritannien "gewissermaßen der Zutritt zum Gipfel verwehrt wird." Die EU-Kommission wies den Vorwurf zurück.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%