EU-Erweiterung
Slowenien an der Spitze der Neulinge

Slowenien mausert sich zum Vorreiter unter den neuen EU-Staaten Ostmitteleuropas. So wird das kleine Land südlich der Alpen als erstes der Region voraussichtlich Anfang 2007 den Euro einführen.

LJUBLJANA. Das bestätigte Bundesfinanzminister Peer Steinbrück am Mittwoch bei einer Slowenien-Visite: „Es ist bemerkenswert, mit welchen Leistungen und in welch relativ kurzer Zeit Slowenien nach Lage der Dinge die Kriterien für einen Euro-Beitritt erfüllt hat,“ sagte Steinbrück in Ljubljana nach einem Treffen mit seinem slowenischen Amtskollegen Andrej Bajuk.

Pionierarbeit leistet Slowenien auch, wenn es Anfang 2008 die EU-Präsidentschaft übernimmt. Zuvor schon bildet Slowenien ab 2007 zusammen mit Deutschland und Portugal erstmals eine so genannte EU-Teampräsidentschaft. Darin stecken jeweils ein großes sowie zwei kleinere EU-Länder für eineinhalb Jahre ein gemeinsames Rahmenprogramm ab. „Das ist die größte außenpolitische Herausforderung seit Erlangung der Unabhängigkeit 1991“, betonte Außenminister Dinitrij Rupel. Ab Oktober 2007 will Slowenien außerdem das Schengen-Abkommen erfüllen und damit dem gemeinsamen Zollgebiet der EU beitreten.

Wer nach Slowenien reist, wird schnell feststellen, dass der Euro schon jetzt unangefochten die Zweitwährung neben dem Tolar ist. Knapp 90 Prozent der Bürger wollen der Euro-Zone so schnell wie möglich beitreten. EU-Kommission und Europäische Zentralbank wollen nach bisherigen Planungen am 16. Mai über das Euro-Beitrittsgesuch informieren. Doch zweifelt niemand an einem Ja. Slowenien würde als 13. EU-Land den Euro einführen. Schon jetzt erfüllt Slowenien die Maastricht-Kriterien. So betrug die Inflation im April 2,3 Prozent, 0,3 Prozentpunkte weniger als der Grenzwert.

Der klare Kurs Sloweniens in Richtung Euro entspricht der wirtschaftlichen Leistung des Landes. So liegt das Bruttoinlandprodukt pro Einwohner derzeit bei knapp 80 Prozent des EU-Durchschnitts. Tschechien und Ungarn folgen mit 70 beziehungsweise 62 Prozent. Slowenien dürfte das erste der neuen EU-Länder sein, das um 2015 das durchschnittliche EU-Niveau erreicht. Der Vergleich ist allerdings etwas fragwürdig, da größere Staaten wie Polen in der Reformphase seit 1989 weitaus schwierigere Strukturprobleme zu meistern hatten, wie etwa eine überdimensionierte Schwerindustrie.

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