EU-Finanzmarktaufsicht
Rating-Agenturen unter der Lupe

Die europäische Finanzmarktaufsicht Esma prüft die Methoden drei großen Rating-Agenturen. Die jüngsten Entscheidungen zur Bewertung europäischer Bankhäuser hätten Anlass zur Sorge gegeben.
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LondonDie europäische Aufsichtsbehörde für Ratingagenturen ESMA untersucht die jüngsten Rundumschläge US-amerikanischer Ratingagenturen gegen Banken im Euroraum. Die Frage sei, ob die Bewertungsprozeduren von Standard & Poor’s (S&P), Fitch und Moody’s Investors Service hinreichend schlüssig und transparent seien, sagte ESMA-Chef Steven Maijoor der „Financial Times“. Demnach geht es vor allem um Abstufungen, wie sie die Ratingagentur Moody's in den vergangenen Wochen für zahlreiche Banken vorgenommen hatte. Die jüngsten Entscheidungen zur Bewertung europäischer Bankhäuser hätten Anlass zur Sorge gegeben, dass die Ratingagenturen nicht über ausreichend analytische Ressourcen verfügten.

Die Untersuchung solle bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. S&P kündigte an, seine Methoden erläutern zu wollen. Die anderen beiden Rating-Agenturen lehnten eine Stellungnahme ab.

„Banken-Ratings sind sehr wichtig, weil es eine Rückwirkung auf die Bewertung von Staaten und Staatsanleihen gibt“, sagte Maijoor der Zeitung. Gerade massenhafte Herabsetzungen der Bonität von Kreditinstituten gäben der ESMA zu denken: „Eine Ratingänderung en bloc kann keine Entschuldigung dafür sein, weniger Zeit darauf zu verwenden. Es ist wichtig, dass jede einzelne Ratingentscheidung die selbe Aufmerksamkeit bei Details und Analyse erhält.“ Es gehe ihm nicht darum, Einfluss auf die Benotungen der Agenturen zu nehmen. „Wir fordern nur, dass ihre Entscheidungen ökonomisch Sinn ergeben und logisch sind.“

Moody’s hatte in den vergangenen Monaten die Bewertung für eine ganze Reihe europäischer Banken herabgestuft. Zuvor waren die Rating-Agenturen auch schon im Zuge der europäischen Schuldenkrise massiv in die Kritik geraten. So hatten sie mehrfach ihre Note für angeschlagene Staaten wie Spanien und Italien heruntergestuft. Europäische Politiker werfen den Agenturen vor, mit ihren Urteilen die Krise verschärft zu haben. Daraufhin hatten die Behörden weltweit ein genaueres Auge auf die Bonitätswächter geworfen. Die Agenturen entgegnen, dass sie lediglich die Überbringer schlechter Nachrichten seien. Die Verantwortung für die Finanzmisere trügen die Staaten selbst.

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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EU-Finanzmarktaufsicht: Rating-Agenturen unter der Lupe"

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  • Ihr Beitrag beschreibt eindrucksvoll um was es wirklich geht und legt die Schwachpunkte offen.

    Wer so haushaltet kann die Not im Volk kein Verständnis haben. Die französische Revolution 1789 hatte auch einen Ursprung. Vielleicht kann das BVerfG schlimmeres noch verhindern. Jedenfalls wünsche ich mir dies.

  • Sicher, die Ratingagenturen verkünden ihre Herabstufungen immer zu Zeitpunkten, die den Eurokraten nicht passen. Aber sind sie deswegen falsch?

  • Oh nein, diese Chaoten wollen andere Chaoten prüfen. Na ja, die ganze EU ist ein Irrenhaus.

    Wieder einmal ein Beispiel:


    EU spendiert Beamten-Witwe Fahrstuhl in Weinkeller | Drucken |
    01.07.2012
    EU-Kommission bewilligt einer Beamten-Witwe Fahrstuhl für den Weinkeller. Begründung: Wegen ihrer Kniebeschwerden falle der Beamten-Witwe der Weg in den Weinkeller über die Treppe immer schwerer. Somit sei eine "wirtschaftliche Notlage" gemäß Artikel 76a EU-Beamtenstatut gegeben.

    Die Brüsseler EU-Kommission hat der Witwe eines Beamten auf Steuerzahlerkosten einen Fahrstuhl in den Weinkeller einbauen lassen. Über diesen Fall von Steuergeldverschwendung berichtet "bild.de" unter Berufung auf ein neues Papier der Bundesregierung.
    Danach wurde der mehrere zehntausend Euro teure Fahrstuhl-Einbau ohne jede weitere Nachprüfung genehmigt. Begründung: Wegen ihrer Kniebeschwerden falle der Beamten-Witwe der Weg in den Weinkeller über die Treppe immer schwerer. Somit sei eine "wirtschaftliche Notlage" gemäß Artikel 76a EU-Beamtenstatut gegeben.
    Laut "bild.de" werden in dem Papier der für Europafragen zuständigen Staatssekretäre (Auswärtiges Amt, Bundesfinanzministerium, Bundesinnenministerium) die bisherigen Vorschläge der EU-Kommission zur Reform des Brüsseler Beamtenstatuts als unzureichend abgelehnt.
    Bis 2020 seien jährliche Einsparungen in Höhe von "lediglich 30 Millionen Euro" bei den Eurokraten vorgesehen, kritisiert die Bundesregierung. Berlin fordert "erhebliche Nachbesserungen". Allein angesichts der bis 2045 doppelt so hohen Pensionslasten für EU-Beamte (2,4 Milliarden Euro/Jahr) "ist ein größerer Sparbeitrag der EU-Beschäftigten und Pensionäre dringend erforderlich."

    http://www.mmnews.de/index.php/etc/10332-eu-spendiert-beamten-witwe-fahrstuhl-in-weinkeller

    Die deutschen arbeite und zahlen Steuern, damit eine ... mit einem Lift in den Weinkeller fahren kann.

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