EU-Forderungen Zyperns Präsident widerspricht Auflagen

Der zyprische Präsident Christofias hat den Bedingungen der EU-Partner für die geplanten Hilfsgelder abgelehnt. Gewinnträchtige Staatsfirmen sollten nicht verkauft werden. Auch Gehaltserhöhungen will er nicht antasten.
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Zyperns Präsident Demetris Christofias geht auf Distanz zu Forderungen der EU-Partner. Quelle: dpa

Zyperns Präsident Demetris Christofias geht auf Distanz zu Forderungen der EU-Partner.

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NikosiaZypern lehnt die Auflagen für Finanzhilfen der europäischen Partner ab. Dem Verkauf von gewinnbringenden Staatsunternehmen sowie die Aufgabe von inflationsgebundenen Gehaltserhöhungen könne er nicht zustimmen, sagte Zyperns Präsident Dimitris Christofias am Mittwoch im griechischen Fernsehsender NET. Entsprechende Auflagen werde er nie unterzeichnen, betonte er. Gleichzeitig gab sich Christofias kompromissbereit. „Wir sagen nicht einfach nur nein, wir bieten Gegenvorschläge an.“

Zypern, das derzeit den EU-Ratsvorsitz innehat, hatte im Juni als fünftes Euro-Land internationale Hilfen beantragt. Dem rezessionsgeplagten Land machen die hohen Verluste der Banken zu schaffen, die eng mit griechischen Geldhäusern verbunden sind und hart vom Schuldenverzicht der privaten Gläubiger Griechenlands im Frühjahr getroffen wurden. Zypern ist seit 2008 Mitglied der Euro-Zone.

Mitte September hatte die EU-Kommission eine Rettungsbeihilfe von 1,8 Milliarden Euro für die zyprische Bank Popular für zunächst sechs Monate erlaubt. Die Hilfe sei „auf das erforderliche Minimum begrenzt“, erklärte die Kommission. Außerdem seien Vorkehrungen getroffen worden, um Beeinträchtigungen der Konkurrenz durch die Subvention so gering wie möglich zu halten. In einem halben Jahr muss Zypern nun für die endgültige Entscheidung über die Hilfe einen Umstrukturierungsplan vorlegen.

  • rtr
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8 Kommentare zu "EU-Forderungen: Zyperns Präsident widerspricht Auflagen für Notkredite"

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  • Staatsbetriebe, die Gewinn machen, verkauft man nicht, mit den Gewinnen kann man Schulden bezahlen. Zins + Tilgung.

  • Richtig, denn gut gehende Staatbetriebe sichern die Staatseinnahmen dauerhaft. Und wenn die EZB wirklich für eine geringe Inflation sorgt, dann ist auch die Inflationsanpassung der Löhne ok. Denn eine Absenkung der Löhne bedeutet immer auch Konsumverzicht der Lohnabhängigen und damit beginnt die Spirale nach unten. Griechenland hat das ja wunderbar vorgemacht.
    Also tatsächlich mal ein Präsidet, der das Beste für sein Land macht - und nicht das Beste für die Finanzwirtschaft.
    Also wird Zypern entweder die Hilfsgelder ohne dergleichen Auflagen bekommen, oder aber wegen des Haircuts Griechenlands den Euro stürzen :-)

    Schaun wir mal - das könnte noch sehr interessant werden :-)

  • Island! Island! Island!

  • Kommt darauf an. Wenn jemand mit dem Tafelsilber etwas besseres anfangen kann, dann wäre es doch blöd, wenn es in der schublade vor sich hin rostet (ich weiß, Silber kann nicht rosten...).
    Beispiel: Wenn ich mir heute die Deutsche Post ansehe, dann wünscht sich doch wohl keiner mehr die verstaubte Behörde "Bundespost" zurück...

  • " Dem Verkauf von gewinnbringenden Staatsunternehmen sowie die Aufgabe von inflationsgebundenen Gehaltserhöhungen könne er nicht zustimmen, sagte Zyperns Präsident Demetris Christofias am Mittwoch im griechischen Fernsehsender NET."

    Über die Gehaltserhöhungen kann man streiten, aber mit den Staatsbetrieben hat er völlig recht. Das wäre der Verkauf von Tafelsilber und absolut tödlich.

  • Als Gegenleistung könnte er ja zypriotische
    Staatsanleihen anbieten.

  • Was soll man anderes erwarten von einem unbelehrbar bekennenden Altkommunisten, welcher von sich in dritter Person spricht (psychopatische Ansätze klar erkennbar) und mit dem bereits gebrochenen (!) Wahlversprechen der Herabsenkung der Wehrpflicht die Bürger von Anfang an belogen hat und so ins Amt gelang? Lieber borgt er sich in Syrien oder beim Putin Geld. Ihm ist leider ALLES zuzutrauen. Eine lebendige Schande für dieses herrliche Land. Selbst den EU-Ratvorsitz, diese einmalige Chance das Land positiv zu vermarkten - bleibt ungenutzt. Sein Spitzname ist nicht umsonst KATASTROFKIAS - siehe MARI-Navybase. Seine Tage sind zwar gottlob gezählt, aber in dieser Zeit kann er noch viel Schaden anrichten. Herr ANASTASIADIS muß hier baldmöglichst das Ruder übernehmen und den Kurs für dieses wunderschöne Land endlich für IMMER auf proeuropäisch einnorden. Klare Bekennnung zum Westen, Vollmitgliedschaft in Europäische Armee, NATO usw. das volle Programm eben. Kann mir mal jemand erklären, wieso der Norden der Insel, sprich heutiges Gebiet der Europäischen Union unakzeptabel durch türkische Streitkräfte seit 74 immer noch illegal besetzt ist? Abzug oder es wird eben NIX mit der Mitgliedschaft der Türken in der Europäischen Union. Besser so.

  • "Entsprechende Auflagen werde er nie unterzeichnen, betonte er. " muß er auch nicht. In wenigen Monaten ist er Geschichte. Wen interessiert, was ein Präsident zu sagen hat, der keine eigene Mehrheit im Parlament hat, den selbst die eigene Partei möglichst schnell loswerden will, und der die anstehende Neuwahl politisch nicht überleben wird?

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