EU gibt 40 Millionen Euro für Eindämmung der Krise
Wieder Tote bei Kämpfen in Darfur

In der sudanesischen Krisenregion Darfur sind einem Medienbericht zufolge bei Kämpfen zwischen verfeindeten Rebellengruppen bis zu 40 Menschen getötet worden.

HB LONDON/ADDIS ABEBA/NAIROBI. Wegen der Gefechte hätten mehrere Hilfsorganisationen ihre ausländischen Mitarbeiter aus einem Flüchtlingscamp nahe der Stadt Greida abgezogen, berichtete die britische Zeitung „The Guardian“ am Montag auf ihrer Internetseite. Offenbar habe es sich um die schwersten Kämpfe seit der Unterzeichnung eines Friedensabkommens im Mai gehandelt.

Ein Sprecher der Afrikanischen Union (AU) in Khartum bestätigte ein Wiederaufflammen der Kämpfe in Greida, sprach aber von elf Toten. Die meisten davon seien Zivilisten gewesen. In dem Flüchtlingslager nahe der Stadt leben rund 130 000 Menschen Die Gefechte hätten sich bereits am Freitag ereignet, zitierte die Zeitung einen Mitarbeiter einer Hilfsorganisation. Sie hätten drei bis vier Stunden gedauert. Laut dem AU-Sprecher eröffneten Unbekannte das Feuer auf einen hochrangigen Vertreter der Sudanesischen Befreiungsarmee, der sich in der Stadt aufhielt. Die Gruppe hatte das Friedensabkommen mit der Regierung in Khartum im Gegensatz zu zwei anderen Rebellenbewegungen unterzeichnet.

EU gibt 40 Millionen Euro für Darfur

Die EU unterstützt derweil die Afrikanische Union bei der Eindämmung der Krise in der westsudanesischen Region Darfur mit 40 Mill. Euro. „Die Lage in Darfur ist nicht akzeptabel“, sagte Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso am Montag in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Barroso hatte sich zuvor selbst ein Bild von der Lage in Darfur gemacht. Bei Gesprächen mit Vertretern der Afrikanischen Union lobte er den Einsatz der AU-Truppen.

Er appellierte zugleich an die sudanesische Regierung, den geplanten UN-Einsatz zu akzeptieren. „Die meisten Truppen sollen aus afrikanischen Ländern kommen“, sagte er. „Es gibt keinen heimlichen Plan, Sudan zu erobern“, fügte er hinzu. Es müsse unbedingt ein „Ruanda-Syndrom“ vermieden werde, dass die internationale Gemeinschaft sich aus ihrer Verantwortung zurückziehe.

Durch die Gewalt zwischen Rebellen und von der Regierung unterstützten Milizen in Darfur sind seit 2003 schätzungsweise 200 000 Menschen getötet und 2,5 Mill. vertrieben worden.

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