EU-Gipfel in Bratislava
„Frau Merkel hat in den letzten Jahren das Richtige getan“

Der Kosovo spendet Kanzlerin Merkel Applaus für ihre Flüchtlingspolitik. „Das wird in den Geschichtsbüchern stehen“, sagt der Außenminister des Balkanlandes – und stellt sich damit gegen andere Staatsmänner Osteuropas.

WienAuf dem heutigen informellen EU-Gipfel in Bratislava wird sich Bundeskanzlerin Merkel von manchen osteuropäischen Staaten wegen ihrer Flüchtlingspolitik abermals Kritik gefallen lassen müssen. Der Kosovo hingegen spendet Deutschland Applaus für seinen Umgang mit Migranten.

„Frau Merkel hat in den letzten Jahren das Richtige in der Flüchtlingspolitik getan. Das wird auch in den Geschichtsbüchern stehen“, sagte Enver Hoxhaj, Außenminister des Kosovos, vor der Auslandspresse in Wien. Der enge Vertraute des kosovarischen Präsidenten Hashim Thaci zollte Deutschland und Österreich Respekt vor ihrer humanitären Leistung im Umgang mit Kriegsflüchtlingen.

Die Regierung des jüngsten Staates in Europa geht damit zu der Anti-Merkel-Fraktion aus Osteuropa in der EU auf Distanz. Ohne konkrete Namen zu nennen, kritisierte Hoxhaj die ablehnende Haltung der Visegrád-Staaten (Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn) gegenüber der Flüchtlingsaufnahme: „Manche Staaten haben vergessen, dass ihre Bürger vor wenigen Jahrzehnten selbst noch Flüchtlinge waren.“ Hoxhaj spielte damit auf die Auswanderungswelle nach dem Aufstand der Ungarn 1956 und den Prager Frühling 1968 an.

In der Vergangenheit haben Ungarn und Polen, aber auch die Slowakei und die Tschechische Republik immer wieder die Flüchtlingspolitik Berlins scharf kritisiert. Das Quartett lehnt eine verbindliche Quote zur Verteilung der Flüchtlinge in Europa ab. Die Regierungen in Budapest und Bratislava (Pressburg) klagen gegen den Plan sogar vor dem Europäischen Gerichtshof in Luxemburg.

Im Kosovo herrscht hingegen Europa-Begeisterung. „In meinem Land ist die EU die Hoffnung“, sagte Hoxhaj. „Ohne die EU hätten wir unser Land gar nicht aufbauen können.“ Dafür sei er Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und den USA dankbar. Der Kosovo wurde erst 2008 mit europäischer Hilfe gegründet, ist aber längst noch nicht von allen Ländern Europas anerkannt.In

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