EU-Handelskommissar rät zur Umstellung der Währungspolitik
Europa und China wenden Handelskonflikt ab

Nur einen Tag nach der Abwendung eines folgenschweren Handelskonflikts über Chinas boomende Textilexporte hat EU-Außenhandelskommissar Peter Mandelson die chinesische Regierung aufgerufen, die Bindung seiner Währung an den US-Dollar zu überdenken. Mandelson legte den Chinesen nahe, den Renminbi an einen Währungskorb zu binden. Peking könne so Angriffen der USA entgehen, die China vorwerfen, es halte seine Währung auf Kosten der US-Wirtschaft künstlich billig.

HB DÜSSELDORF. China und die EU hatten sich am Freitag nur Stunden vor der Verhängung von Importquoten durch Brüssel auf eine Regelung für chinesische Textilexporte geeinigt. Mandelson und der chinesische Handelsminister Bo Xilai verständigten sich in Schanghai auf ein Stufenmodell. Danach erklärt sich die Volksrepublik bereit, Exportsteigerungen von zehn Textil- und Kleidungsprodukten auf acht bis 12,5 Prozent pro Jahr zu begrenzen. Die Regelung trat unmittelbar in Kraft und gilt bis zum Jahr 2008.

„Die Vereinbarung ist fair gegenüber China, während sie der Textilbranche in Europa sowie anderen Ländern die erforderliche Zeit einräumt“, hieß es in der Erklärung Mandelsons. Die europäische Textilwirtschaft erhalte nun mehr Spielraum für notwendige Umstrukturierungen. Handelsminister Bo rühmte das Verständnis Mandelsons und sagte, die Vereinbarung schaffe ein langfristiges stabiles Umfeld für chinesische Exporteure. Die US-Textilindustrie will nun prüfen, ob der Kompromiss mit der EU auch als Vorbild für amerikanische Vereinbarungen gelten kann. Die USA hatten bereits die Importe von sieben Textilkategorien aus China mit Quoten belegt. Aus dem US-Handelsministerium hieß es, man prüfe die EU-Vereinbarung.

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