EU-Handelszone mit USA
Merkels ehrgeiziger Fahrplan zur neuen Handelszone

Durch einen neuen Vertrag sollen die EU und die USA wirtschaftlich näher zusammenrücken. Kanzlerin Merkel will die neue Freihandelszone „in absehbarer Zeit“ abschließen. Doch die Herausforderungen sind enorm.
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EnniskillenAm Montag haben die EU und die USA ihre Verhandlungen über ein neues Freihandelsabkommen gestartet – und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will bereits „in absehbarer Zeit“ ein Resultat sehen.

„Das bemisst sich in wenigen Jahren“, sagte Merkel am Rande des G-8-Gipfels in Nordirland. Die Gespräche müssten rasch beginnen, ehrgeizig geführt werden und bald zum Abschluss kommen.

Die Kanzlerin verwies darauf, dass auch andere Weltregionen miteinander in Verhandlungen über vergleichbare Handelsabkommen stünden - beispielsweise auch die USA und der pazifische Raum. Angesichts dessen „sind wir aufgefordert, wirklich schnell zu arbeiten“, betonte Merkel.

„Ein solches Freihandelsabkommen wäre einen Riesenschritt nach vorne“, sagte Merkel. Im Abkommen geht es um den Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen. Unterschiedliche technische Normen, Sicherheitsstandards oder Wettbewerbsvorschriften schränken den Handel jedoch ein und sperren Unternehmen aus Europa und den USA vom jeweils anderen Markt aus.

US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister David Cameron hatten zuvor feierlich den offiziellen Beginn der Verhandlungen über ein umfassendes EU-US-Freihandelsabkommen verkündet.

Obama zeigte sich zuversichtlich, dass es bald zu einem Abschluss kommen werde. „Wir schaffen neue Arbeitsplätze und neues Wachstum auf beiden Seiten des Atlantiks“, sagte Obama. „Wir handeln jedes Jahr mit ungefähr einer Billion US-Dollar in Waren und Dienstleistungen. Und wir investieren fast vier Billionen Dollar in die jeweils andere Volkswirtschaft.“

Cameron sprach am Rande des G-8-Gipfels in dem Ressort Lough Erne von einem „historischen Abkommen“ zwischen den USA und Europa. Ziel ist die größte Freihandelszone der Welt. Obama sagte, die erste Verhandlungsrunde werde kommenden Monat in Washington stattfinden.

Die Vorverhandlungen im Kreise der EU waren allerdings schwierig. Erst nach einer Marathonsitzung einigten sich die Handelsminister am Freitag auf ein Mandat, das auf besonderen Druck Frankreichs vorsieht, bestimmte Kulturgüter zu schützen. Befürchtet wird nun, dass die USA vergleichbare Forderungen aufstellen und die Verhandlungen verkomplizieren.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EU-Handelszone mit USA: Merkels ehrgeiziger Fahrplan zur neuen Handelszone"

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  • OH MERKEL....das gefällt Dir mal wieder politisch, um Dich mächtig und unsterblich zu machen. Leider, leider weisst Du mal wieder nicht, was das alles de facto bedeutet und dass es bei den Nachteilen wieder den Kleinen trifft.
    Geh endlich....

  • Zitat : Kanzlerin Merkel will die neue Freihandelszone „in absehbarer Zeit“ abschließen.

    - das ist ein Projekt aus der Oper "Erneuerbare Energien ", "Flughafen Berlin", "Drohnen ", usw.

    Was [...] anpackt, ist schon gescheitert !

    Freihandelszone.......die EU wird es demnächst nicht mehr geben !

    Das ist die FREIHANDELSZONE ! Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Oh yes, you know what you're my partner in reality mean?

    Wird oft genug in Verbindungen von hüben nach drüben verwendet. Yes, we're all partners. Die Chinesen haben den Durchblick, wir leider nicht.

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