EU-Haushalt: Merkel und Cameron wollen Differenzen überwinden

EU-HaushaltMerkel und Cameron wollen Differenzen überwinden

Angela Merkel und David Cameron haben gemeinsam nach Lösungen für den EU-Haushaltsstreit gesucht. Forderungen nach einem Austritt Großbritanniens aus der EU erteilte Merkel eine klare Absage.
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LondonBundeskanzlerin Angela Merkel und der britische Premierminister David Cameron haben am Mittwochabend in London ihre Positionen im EU-Haushaltsstreit erörtert. Beide hätten in "freundschaftlicher Atmosphäre" über die Vorbereitung der Europäischen Räte im November und Dezember gesprochen, teilte ein Sprecher der Bundesregierung nach dem Treffen mit. Diese beschäftigen sich mit dem mehrjährigen Finanzrahmen der Europäischen Union (EU) sowie der Weiterentwicklung der Wirtschafts- und Währungsunion. Zur Sprache kamen dem Sprecher zufolge auch die Lage in Syrien, der Nahost-Friedensprozess und das iranische Atomprogramm.

Vor dem Treffen hatte Merkel gefordert, dass Deutschland und Großbritannien ihre Differenzen im Streit um den EU-Haushalt überwinden müssten. "Trotz der Meinungsverschiedenheiten, die wir haben, ist es für mich sehr wichtig, dass Großbritannien und Deutschland zusammenarbeiten", sagte Merkel. Die EU müsse die Bereiche angehen, in denen die Ausgaben ineffizient seien. Die EU-Staats- und Regierungschefs sollen am 22. und 23. November über die Haushaltspläne Von 2014 bis 2020 entscheiden. Cameron hat nach eigener Auskunft keine großen Hoffnungen, dass es bei dem Gipfeltreffen zu einer Einigung kommt. Großbritannien droht mit einem Veto, sollte ein Kompromiss die nationalen Interessen verletzen.

Vor dem Europäischen Parlament in Brüssel erteilte Merkel am Mittwochnachmittag Forderungen nach einem Austritt Großbritanniens aus der EU eine klare Absage. "Ich möchte ein starkes Großbritannien in der Europäischen Union", betonte die Kanzlerin. Es sei nicht gut für die EU, Großbritannien zu verlieren, und nicht gut für die Briten, außerhalb der Gemeinschaft zu stehen.

In Brüssel pochte Merkel auch darauf, dass die EU-Staaten in den kommenden 36 Monaten ihre Wirtschaftspolitik verbindlich abstimmen. Auf dem EU-Gipfel im Dezember müsse ein ehrgeiziger Zeitplan für eine erneuerte Wirtschafts- und Währungsunion beschlossen werden.

 

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  • Die Briten haben so Unrecht nicht!! Ausgaben kürzen, die Agrarsubventionen völlig abschaffen, mind. 80 % der 30.000-40.000 Eurokraten in Brüssel abschaffen !!!!!!!!!

  • Man kann nur hoffen, dass die Briten dem EU-Wasserkopf endlich auf die Finger schauen. Der Selbstbedienungsladen muss schrumpfen und muss intensiv überwacht werden. Wenn dann endlich noch die teilweise unsinnigen Subventionen um 1/3 gekürzt würden, käme der EU-Haushalt mit erheblich weniger Geld aus. So muss es kommen. Die Spendiergrenzen der Nettozahler sind überschritten und nicht mehr haltbar. Alle Fehlpolitik der vergangenen Jahre zeigt sich an den Beispielen Griechenland, Zypern, Portugal, Spanien, Italien und Irland. Ebenso ist Frankreich in Gefahr. Die EU muss sich auf das Wesentliche und Bezahlbare besinnen. Mehr wollen die Bürger nicht.

  • Merkel muss weg! Und was dann? Wir kommen mit der SPD und den Grünen vom Regen in die Traufe. Wir - die Wähler - sind schachmatt gesetzt worden. Unsere Demokratie ist im Ar...., leider. Die USA lebt es uns doch vor mit ihrer Schützenfest-Demokratie. Es gewinnt der, der das meiste Geld auf den Tisch legen kann. Das sind in den USA die Juden und nicht die Mormonen.

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