EU-Haushaltskommissar
Lewandowski fordert von Deutschland Verlässlichkeit

Stabilität und Vorhersagbarkeit – diese beiden Eigenschaften erwartet EU-Haushaltskommissar Janusz Lewandowski von der neuen Bundesregierung. Für die deutsche Sparpolitik hat Lewandowski aber kein Verständnis.
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BrüsselEU-Haushaltskommissar Janusz Lewandowski erwartet von Deutschland größere Anstrengungen zur Ankurbelung der Konjunktur. „Ich bin kein Keynesianer, allerdings wäre eine Stärkung der Binnennachfrage, zum Beispiel durch Investitionen im Infrastrukturbereich, hilfreich, um Ungleichgewichte in Europa abzubauen“, sagte Lewandowski in einem Interview mit dem Handelsblatt (Mittwochausgabe).

Auch unter einer neuen Bundesregierung müsse Deutschland in Europa Stabilität und Vorhersagbarkeit verkörpern. Das sei wichtig, da das Land zum Beispiel bei der Entwicklung der neuen Euro-Zonen-Architektur eine besondere Verantwortung zukomme.

Griechenland dagegen sieht der Kommissar auf einem guten Weg. „Das Land wird dieses Jahr 24 Prozent mehr Geld aus den europäischen Strukturfonds abrufen als noch im April erwartet. Das ist für mich eine gute Nachricht. Denn es zeigt, dass es in Griechenland vorangeht“, betonte Lewandowski.

Der Kommissar zeigt wenig Verständnis dafür, dass Deutschland maßgeblich mit dafür gesorgt hat, dass die EU 2014 eine Milliarde Euro weniger ausgeben soll, als ursprünglich von der Kommission vorgesehen: „Im nächsten Jahr werden wir mit einem um nominal sechs Prozent niedrigeren Budget starten als dieses Jahr. Die Probleme werden also nicht kleiner sondern größer“, sagte er.

Um den Euro-Skeptikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, komme man nach Ansicht Lewandowskis vor der Europawahl im Mai 2014 um eine Kompetenzdebatte nicht umhin. „Bisweilen irritiert die europäische Gesetzgebung die Menschen", räumte er ein. Bei allen Veränderungen müsse der Nutzen Europas für die Bürger an oberster Stelle stehen, sagte Lewandowski.

Thomas Ludwig
Thomas Ludwig
Handelsblatt / EU-Korrespondent
Ruth Berschens leitet das Korrespondenten-Büro in Brüssel.
Ruth Berschens
Handelsblatt / Büroleiterin Brüssel

Kommentare zu " EU-Haushaltskommissar: Lewandowski fordert von Deutschland Verlässlichkeit"

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  • Wobei der Herr Kommentator NeueZeit nicht ganz unrecht hat (mal davon abgesehen was erwählt).

    National sein bedeutet nach meinem Verständnis (aber entgegen dem linken Mainstream) sein eigenes Volk, sein Land, zu lieben und nicht andere Völker zu hassen!

  • EU-Haushaltskommissar Janusz Lewandowski: „Deutschland kommt in der EU eine besondere Verantwortung zu.“

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    Warum sollte Deutschland eine BESONDERE Verantwortung zukommen?

    Was ist das denn für ein Quatsch!

    Entweder jeder ist sich seiner Verantwortung bewusst oder man lässt es bleiben.

    Wenn jemand von BESONDERER Verantwortung spricht, dann heisst das nichts anderes als dass wieder mal impliziert wird, dass die Deutschen ja die bösen Nazis sind, die bis in alle Ewigkeit zahlen müssen.

    Wenn man so einer Forderung nachgibt, dann gesteht man eine Schuld ein, die die heutigen Generationen NICHT VERDIENT haben, verdammt nochmal!

    Der Typ soll nach Hause gehen und dort seinen Unsinn verbreiten, weil Leute mit solchen Vorurteilen sind fehl auf dem Posten.

  • @ Handelsblatt

    Kann mir mal einer erklären, wie ein Artikel mit 1,18 Sternen (bei 11 Bewertungen, die absolute Untergrenze liegt bei 1 Stern) unter „Best Bewertet“ auf Platz eins kommt?

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