EU in „leichter Rezession“
Madrid und Paris stecken im Schuldensumpf fest

Madrid und Paris werden es nicht schaffen, im kommenden Jahr - wie fest vereinbart - die Maastrichter Defizitmarke von drei Prozent der Wirtschaftsleistung einzuhalten. Die gesamte EU steckt in der Rezession
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BrüsselDas Krisenland Spanien kommt ohne neue harte Einschnitte nach Prognose der EU nicht aus dem Schuldensumpf heraus. Das von Rezession und Rekord-Arbeitslosigkeit geplagte Land wird in diesem und im kommenden Jahr ein Defizit von mehr als sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) verzeichnen. Frankreich kommt demnach auf eine Defizitquote von 4,2 Prozent und auch die Niederlande liegen im kommenden Jahr mit 4,6 Prozent weit über der Zielmarke von 3 Prozent.

„Eine Erholung ist in Sicht, aber die wirtschaftliche Lage bleibt anfällig“, sagte Währungskommissar Olli Rehn. Spaniens Wirtschaft schrumpft nach der am Freitag in Brüssel veröffentlichten Frühjahrsprognose der EU-Kommission 2012 voraussichtlich um 1,8 Prozent und damit viel stärker als von der EU bisher erwartet. Spanien ist damit noch weit von den mit der EU vereinbarten Zielen beim Defizitabbau entfernt. Für dieses Jahr liegt das Limit bei 5,3 Prozent. Im kommenden Jahr sollen nach bisheriger Zusage 3,0 Prozent erreicht werden, damit Spanien das Vertrauen der Anleger in seine Staatsfinanzen zurückgewinnt. Die Prognose geht allerdings von einer unveränderten Politik aus.

Spanien steckt wie Griechenland, Portugal und Irland im Teufelskreis aus stark steigenden Zinsen auf Staatsanleihen und immer höheren Schulden. Anders als die drei Euro-Krisenländer will die Regierung in Madrid die Krise aber ohne Hilfskredite der Euro-Partner überwinden.

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  • Sie erkennen die Ironie noch nicht einmal, wenn man Sie Ihnen ins Gesicht schlägt.

  • "Finanzreform" in Spanien:

    Madrid hat soeben die Bildung von Auffanggesellschaften für Banken beschlossen.
    Die Altlasten sollen in "Bad Banks" ausgelagert werden.

  • Wenn die Wirtschaftsleistung schrumpft ist schlimm. Aber man muß sich die Ursachen genau ansehen.

    Wenn eine Wirtschaftsleistung schrumpft, weil sie durch Schulden aufgebläht wurde, dann muß sie erst einmal auf ihre nachhaltige Größe schrumpfen, sonst kann sie nur mit eben weiteren und höhren Schulden auf ihrem Niveau gehalten werden.

    Und dafür ist wohl wissentlich in keinem der 27 Länder Geld da.

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