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EU/IWF-Hilfe gefordert: Für Märkte ist Griechenland-Notfall eingetreten

Griechenland steht unter wachsendem Druck, in der Schuldenkrise seine europäischen Partner und den Internationalen Währungsfonds um Hilfe zu bitten. Die Rating-Agentur Fitch forderte das Euro-Land am Donnerstag auf, sofort den in Aussicht gestellten EU-Notfallplan zu nutzen. Doch die Regierung in Athen, aber auch die EU-Kommission sehen den Zeitpunkt dafür noch nicht für gekommen.

Investoren verlangten zeitweise für zehnjährige griechische Staatsanleihen eine Rendite von rund 7,5 Prozent - gut 4,5 Prozentpunkte mehr als für entsprechende Papieren aus Deutschland. Quelle: dpa
Investoren verlangten zeitweise für zehnjährige griechische Staatsanleihen eine Rendite von rund 7,5 Prozent - gut 4,5 Prozentpunkte mehr als für entsprechende Papieren aus Deutschland. Quelle: dpa

HB ATHEN/FRANKFURT/NEW YORK. Der Risikoaufschlag für griechische Staatsanleihen kletterte den dritten Tag in Folge auf ein neues Rekordhoch. Die Aktien griechischer Banken büßten in Athen zeitweise mehr als sieben Prozent an Wert ein, auch der Euro gab erneut nach.

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Die Europäische Zentralbank versuchte, den Spekulationen auf einen Bankrott des Euro-Staates den Boden zu nehmen. "Nach allen Informationen, die ich habe, ist eine Pleite kein Thema", betonte Trichet bei seiner Pressekonferenz nach dem Zinsentscheid. Die Lage der griechischen Bonds entspannte sich umgehend. Griechenland müsse sein Sparprogramm aber durchziehen, sagte Trichet. Das sei "sehr, sehr wichtig". Zudem gehe es nun darum, dass alle Regierungen in der Währungsunion an einem Strang zögen. Dann wechselte der Notenbank-Chef ins Deutsche und betonte: "Wir teilen ein gemeinsames Schicksal."

Nach den Worten Trichets liegt es in der Hand Griechenlands, das beschlossene Hilfspaket abzurufen. Die Regierung in Athen sieht den Zeitpunkt dafür noch nicht für gekommen. Das von EU und IWF gebildete Sicherheitsnetz sei dafür da, dass Griechenland nicht alleine sei, sagte ein Regierungssprecher. Das Euro-Land werde alles tun, um sich nicht zu "barbarischen" Konditionen Geld leihen zu müssen.

"Für uns gibt es in dieser Frage keine Entwicklung", kommentierte ein Sprecher der EU-Kommission die düsteren Berichte über Griechenland. Bisher fehlten eine Reihe von Voraussetzungen, so gebe es keine Anfrage aus Athen für Hilfen. Brüssel beobachte aufmerksam die Finanzmärkte.

Investoren verlangten zeitweise für zehnjährige griechische Staatsanleihen eine Rendite von rund 7,5 Prozent - gut 4,5 Prozentpunkte mehr als für entsprechende Papieren aus Deutschland. Diese Entwicklung stellt Griechenland vor enorme Probleme, weil das Land im April und Mai insgesamt Schulden von rund 23 Mrd. Euro tilgen muss. Am Finanzmarkt wächst die Sorge, dass Griechenland die Finanzierung nicht auf die Beine stellen kann.

Der für das Mittelmeer-Land zuständige Fitch-Experte Chris Pryce sagte, das Misstrauen des Marktes und die Fragezeichen über dem Notfallplan der EU ließen keine Verzögerung mehr bei der Beantragung von Hilfe zu. "Es ist an der Zeit, dass die Euro-Zone und die griechische Regierung das wahre Ausmaß ihrer Probleme anerkennen." Er bemängelte, dass trotz des im vergangenen Monats beschlossenen Notfallplans unklar ist, was die EU genau tun wolle, wann sie es tun wolle, und wie viel Hilfe sie bereitstellen würde.

Die Rating-Agentur Standard & Poor's warnte, sie könne die Einstufung Griechenlands erneut senken, wenn die Zinsen nicht sinken und das Land von seinen Sparzielen abweicht.

Zur Skepsis der Märkte trugen in dieser Woche auch Berichte bei, dass griechische Bankkunden ihr Geld von heimischen Banken abziehen, die Institute mehr Staatshilfen benötigen und Griechenland die strengen IWF-Auflagen umgehen will. Zudem gab es Anzeichen für Widerstand gegen den Notfallplan in der Bundesbank.

Zum starken Anstieg der Risikoprämien trug am Donnerstag zudem bei, dass die Umsätze dünn blieben - es fanden sich kaum Käufer für griechische Papiere. KBC-Analyst Piet Lammens erklärte, viele Investoren würden auch bei noch höheren Renditen nicht mehr zubeißen. "Ich glaube, es gibt jetzt kein zurück mehr.

Märkte sehen wachsendes Kreditrisiko in Industrieländern</ü>

Im Schatten der Schuldenkrise Griechenlands werden einem Bericht zufolge an den Märkten die Kreditrisiken bei großen Industrienationen deutlich höher eingeschätzt. Um fast 40 Prozent habe ein Index für Kreditausfallversicherungen (CDS) für sieben der größten Industrienationen - darunter Deutschland - im vergangenen Monat zugelegt, teilte das New Yorker Institut Credit Derivates Research am Donnerstag mit. Das Barometer erreichte demnach seinen höchsten Stand seit Ende Februar. Das Debakel in Griechenland habe zwar zu Recht im Zentrum gestanden, heißt es weiter. "Doch in den Industrieländern gibt es viel mehr Anzeichen für Systemkrisen als die meisten glauben wollen."

Neben Deutschland werden in dem Index auch die USA, Japan, Großbritannien, Frankreich, Italien und Spanien erfasst. Die Erwartung von Kreditrisiken sei in den Industrieländern gestiegen, weil sie mit zwei Problemen gleichzeitig zu kämpfen hätten: dem Sparzwang angesichts hoher Staatsverschuldung und steigenden Zinsen.

Credit Default Swaps (CDS) sind komplexe Konstrukte, mit denen sich Anleger gegen Ausfälle von Anleihen versichern können. Derartige von Banken und Hedgefonds betriebenen Geschäfte stehen weltweit massiv in der Kritik, da sie Schuldenkrisen wie die in Griechenland verschärfen können.

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  • 09.04.2010, 06:16 UhrAnonymer Benutzer: Peter Scholz


    [13] Mariana Mayer,
    au,war das die Frage Nr. 1? Dann war sie für Jugendliche unter 80 wohl nicht geeignet.

  • 09.04.2010, 03:01 UhrAnonymer Benutzer: Mariana Mayer

    Das war Johannes Mario Simmel, ein beitrag von mir, der hier sofort zensiert bzw. nicht veröffentlicht wurde.

  • 09.04.2010, 02:28 UhrAnonymer Benutzer: Peter Scholz

    [11] Mariana Mayer,
    so ist es:
    Denn die einen sind im Dunkeln und die anderen sind im Licht. Und man sieht die im Lichte, die im Dunkeln sieht man nicht.

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