EU-Jugendarbeitslosigkeit: „Frau Merkel, wären Sie doch auch 25 und Griechin“

EU-Jugendarbeitslosigkeit
„Frau Merkel, wären Sie doch auch 25 und Griechin“

Neue Runde im Kampf gegen Jugendarbeitslosigkeit: In Berlin spricht Kanzlerin Merkel mit Staatschefs über Finanzspritzen, Jobgarantie, Mobilität. Bei uns erzählen sechs junge Europäer, was sie für entscheidend halten.
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DüsseldorfDer Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit in Europa wird heute zur Chefsache. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfängt Regierungschefs und Minister aus 20 Ländern, um darüber zu sprechen, wie sich sechs Milliarden Euro an EU-Mitteln sinnvoll ausgeben lassen. Frankreichs Staatschef François Hollande wird kommen. Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, Gipfelchef Herman Van Rompuy und EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) wollen neben der Kanzlerin sitzen. Dazu gesellen sich die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaite als amtierende Ratsvorsitzende sowie die EU-Arbeitsminister.

Am Vormittag sprechen zunächst die Chefs der nationalen Arbeitsagenturen miteinander. Dabei geht es zum Beispiel um eine Garantie, die junge Menschen ohne Arbeits- oder Ausbildungsplatz schnell in Beschäftigung bringen soll. Danach beraten die Arbeitsminister darüber, welche nationalen Maßnahmen mit EU-Geld verstärkt werden könnten. Ziel sei der Austausch konkreter Erfahrungen, hieß es in Regierungskreisen.

Jede Menge praktische Erfahrungen mit Arbeitslosigkeit, Jobsorgen und Selbstzweifeln haben in Europa viele junge Erwachsene. Derzeit gibt es fast sechs Millionen Jugendliche ohne Beschäftigung. Besonders betroffen sind Krisenländer wie Griechenland und Spanien, wo mehr als jeder zweite junge Mensch im Alter unter 25 Jahren ohne Job ist. Dagegen liegt die Quote in Deutschland bei rund acht Prozent.

Als Sprungbrett in den Job wird häufig das deutsche duale Ausbildungssystem gepriesen, bei dem der Einstieg in den Job schon an der Schule beginnt. Doch könne dies nur funktionieren, wenn es „von beiden Seiten gewollt wird“, sagt ein Regierungsvertreter – also von den Unternehmen auf der einen und den Sozialpartnern auf der anderen Seite. Österreich gelte als Beispiel für erfolgreiche Qualifizierungsmaßnahmen nach der Schule. Finnland wiederum habe es geschafft, seine jungen Menschen durch Verbesserungen im Schulsystem fitter für den Jobeinstieg zu machen. „Die praktische Erfahrung für den Beruf ist bei spanischen Jugendlichen gemessen an anderen viel schlechter“, lautet die Kritik an die Adresse Madrids.

„Die Wahrheit ist, dass wir unsere talentiertesten Bewerber ,exportieren’ müssen, weil unsere Wirtschaft nicht darauf vorbereitet ist, von ihnen zu profitieren“, sagt die Spanierin Estefanía Almenta López. Die 29-Jährige ist ist Mitglied im FutureLab Europe, einem Programm, das besonders engagierten jungen Europäern eine Stimme in der Debatte über Europas Zukunft gibt. Dort trifft sie auf Altersgenossen wie die Griechin Theodora Matziropoulou, die Deutsche Lotta Schneidemesser oder Noora Lampinenn aus Finnland. Für Handelsblatt Online haben sechs junge Europäer aus sechs verschiedenen Ländern ihre Sorgen und Wünsche aufgeschrieben und festgehalten, was sie von Angela Merkel und Co. fordern.

Kommentare zu " EU-Jugendarbeitslosigkeit: „Frau Merkel, wären Sie doch auch 25 und Griechin“"

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  • Die Europäische Union hat endlich ein Konzept vorgelegt...

    http://www.der-postillon.com/2013/05/eu-bekampft-jugendarbeitslosigkeit.html

  • Die Luschen von Bärlin verteilen unser Geld in aller Welt- schlagt sie dafür!
    Haben die nicht mehr alle Tassen im Schrank??
    Fazit:
    GR raus aus der EU!
    Wenn das nicht geht:
    DE raus aus der EU- aber sofort!
    Diese Regierung wird das nicht schaffen, die Nächste vielleicht auch nicht, aber vielleicht eine ganz Andere...

  • @ Silvercoin82

    Ehrlich gesagt, ich sehe und erlebe es umgekehrt!

    Frauen sind konsequent und gehen , Männer harren aus! Aus Ego-, Karriere- oder Versorger- Gründen!

    Auch am Beispiel Scheidungrate: 70 % der Frauen leiten die Scheidung ein, nicht die Männer. Sie gehen eher seitwärts!

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